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Über

Schützenpanzer

Kommandanten!

Im letzten Teil unserer Entwicklertagebuch-Serie haben wir uns mit der Rolle beschäftigt, die den Kampfpanzern bei Armored Warfare zukommt. Heute befassen wir uns mit einer weiteren heiß diskutierten Klasse – den Schützenpanzern.

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Eine eindeutige Definition dieser Gruppe auf Grundlage der vorhandenen Realitäten ist kein leichtes Unterfangen. Der englische Begriff "Armoured Fighting Vehicle" (AFV) ist recht universell, was auch bei der genauen Übersetzung bisweilen Schwierigkeiten bereitet. Nach vielem hin und her wurde der Begriff, wie er im Spiel eingesetzt wird, vom deutschen Lokalisationsteam auf Schützenpanzer festgelegt, auch wenn die Klasse zwangsläufig auch Fahrzeuge umfasst, die im Deutschen einer anderen Kategorisierung unterliegen, wie z.B. Mannschaftstransportwagen, Spähfahrzeuge, Panzerkampfwagen usw. Anders als die Kampfpanzer, deren Charakteristiken recht klar definiert sind, kann der Begriff "Armored Fighting Vehicle" außerhalb des Spiels auf ziemlich jedes gepanzerte Fahrzeug angewendet werden, das für den Kampfeinsatz bestimmt ist, einschließlich Schützenpanzern.

Das macht den Begriff zwar ein Stück weit schwammig, spiegelt aber das Durcheinander der Bezeichnungen im wirklichen Leben wieder. Die einzigen Klassen, die bei Armored Warfare ausgehend von ihrer Rolle im richtigen Leben eindeutig definiert sind, sind die Kampfpanzer und die Selbstfahrlafetten (diese Klasse besteht überwiegend aus Fahrzeugen, die für indirektes Feuer ausgelegt sind), während Leichtpanzer, Jagdpanzer und Schützenpanzer in manchen Fällen austauschbar sind.

Wir sollten uns an dieser Stelle nicht in das Bezeichnungschaos der Realität vertiefen, sondern können uns darauf festlegen, dass die AFV bzw. SPz bei Armored Warfare die leichtesten Fahrzeuge ausmachen, die selten mehr als 20 Tonnen wiegen. Diese Tatsache wird auch von den Schutzeigenschaften der Fahrzeuge reflektiert, da Schützenpanzer die am wenigsten geschützten Fahrzeuge im Spiel sind, auch wenn einige von ihnen über fortschrittliche Gegenmaßnahmen verfügen. Bewaffnet sind sie meist mit einer Maschinenkanone bzw. mit einer Kombination aus Maschinenkanone und Lenkflugkörpern.

Um das Fehlen einer großkalibrigen Hauptwaffe und angemessener Panzerung zu kompensieren, sind die SPz schnell und agil. So stellen die leichtesten SPz, wie der CRAB, die schnellsten und am besten beschleunigenden Fahrzeuge im Spiel. Das macht sie zu einem schwer zu treffenden Ziel, wobei ihre wesentliche Stärke eher darin liegt, sich gut zu verstecken.

Die SPz sind nicht nur leicht, sondern in vielen Fällen auch klein und je kleiner ein Fahrzeug ist, desto schwerer ist es aufzuspüren. Die SPz sind extrem gut darin, versteckt zu bleiben und ihre Gegner dank fortschrittlicher Elektronik und Optik ins Visier zu nehmen. Sie besitzen die beste Sichtweite aller Klassen im Spiel. Diese Taktik heißt Erfassen bzw. Spähen. Mehr dazu erfahrt ihr in dem Abschnitt zur Rolle der SPz auf dem Schlachtfeld, sowie in der vorangegangenen Folge des Entwicklertagebuchs.

Spezialfähigkeit

Schützenpanzer verfügen über eine Spezialfähigkeit namens "Ziel markieren", die mit der E-Taste aktiviert wird. Bei aktivierter Fähigkeit wird das Ziel in deinem Fadenkreuz markiert und damit kurzzeitig für dich und deine verbündeten Spieler auf dem Schlachtfeld hervorgehoben. Markierte Ziele können sich nicht verstecken und bleiben erfasst. Außerdem erleiden markierte Ziele bei Beschuss zusätzlichen Schaden. Diese Fähigkeit kann eingesetzt werden, um die gefährlichsten Gegner auf dem Schlachtfeld hervorzuheben und Euren Teamkameraden damit ermöglichen, sie zu eliminieren.

Klassifizierung

Es gibt zwei Arten, nach denen die SPz-Klasse unterteilt werden kann. Zunächst kann unterschieden werden in:

  • Kettenfahrzeuge
  • Radfahrzeuge

Während diese Kategorien selbsterklärend sind, geben sie bis auf einige Aspekte ihrer Mobilität keinen Aufschluss über die Fahrzeuge selbst. Radfahrzeuge sind schneller auf festem Untergrund und asphaltierten Straßen, während Kettenfahrzeuge zwar generell nicht schnell sind, aber speziell im rauen Gelände an Mobilität und Schnelligkeit nicht zu überbieten. Auf der anderen Seite gibt es einige außergewöhnlich schnelle Kettenfahrzeuge, sowie manch ein Radfahrzeug, das weit langsamer und klobiger daherkommt. Deshalb macht es mehr Sinn, sich auf ihre Rolle auf dem Schlachtfeld zu konzentrieren, als auf die Möglichkeiten ihrer Mobilität. Ausgehend von ihren Rollen können die SPz in folgende Kategorien unterteilt werden:

  • Leichte SPz
  • Schwere SPz

Leichte SPz

Zu den leichten SPz zählen meist sehr leichte Kettenfahrzeuge, sowie Fahrzeuge mit Vierrad- und Sechsradantrieb, die im wirklichen Leben für Aufklärungsmissionen oder von Spezialkräften eingesetzt werden. Beispiele dafür sind:

  • LAV-150
  • FV721 Fox
  • OT-65A
  • VBL, VBR und CRAB (leichter französischer SPz mit vier Rädern)
  • BMD-Serie (leichte russische Ketten-SPz)

Top-Fahrzeug:

  • SPHINX (Tier 10 SPz)

Mehrere kleine und agile Fahrzeuge, insbesondere diejenigen der Wiesel-Familie, wurden im Update 0.19 aus der SPz-Klasse in die Jagdpanzer-Klasse versetzt, was eher ihrer Natur entspricht.

Die Schützenpanzer bei Armored Warfare verfügen üblicherweise über die geringste Feuerkraft des jeweiligen Tiers. Ihre Bewaffnung variiert und bestimmt meist auch ihren Spielstil. So ist der LAV-150 als Fahrzeug eines niedrigen Tiers nur mit einer Maschinenkanone bewaffnet. Die Schützenpanzer Fox, VBL und CRAB sind mit einer Kombination aus Maschinenkanone und Lenkflugkörpern ausgestattet, während der VBL nur mit Lenkflugkörpern aufwartet. Die BMD-Serie wiederum verfügt meist über eine für das jeweilige Tier exzellente Feuerkraft, die durch eine Kanone mit niedriger Mündungsgeschwindigkeit oder eine Kombination aus Maschinenkanone und Lenkflugkörpern bereitgestellt wird.

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Leichte SPz sind ohne Zweifel die besten Aufklärer im Spiel. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie hinter einem Busch versteckt den Gegner aus der Ferne erfassen, oder ihre hohe Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit einsetzen, um den Gegner schnell zu erspähen und hinter dem nächsten Hindernis zu verschwinden, bevor das Ziel reagieren kann – die leichten SPz sind die Augen und Ohren eines jeden Teams. Keine andere Fahrzeuggruppe kann sich mit ihnen in diesem Bereich messen und oft reicht nur ein einziger fähiger Späher aus, um eine Schlacht zu Euren Gunsten zu entscheiden, vor allem wenn es dem gegnerischen Team an solchen Spezialisten mangelt.

Ihre Mobilität geht einher mit sagenhafter Beschleunigung. So manch eines der Radfahrzeuge mag aufgrund der hohen Geschwindigkeit anfangs noch schwer zu kontrollieren sein, doch mit etwas Übung könnt Ihr schon bald um die Kurven flitzen, als ob ihr eilige Arzneimittel im Gepäckraum hättet! Das wichtigste ist aber, stets auf die Umgebung zu achten, denn ein übersehenes Hindernis kann Euch im Eifer des Gefechts schnell das Leben kosten.

Die Geschwindigkeit und der Einfluss aufs Kampfgeschehen haben natürlich ihren Preis. Die leichten SPz sind die anfälligsten Fahrzeuge im Spiel und können durch einen einzigen Schuss aus einem großkalibrigen Geschütz außer Gefecht gesetzt werden, was Euch bewegungsunfähig machen, die Crew töten oder mehrere Module zerstören kann. Treffer durch Sprenggeschosse sind besonders verhängnisvoll, weil der durch sie verursachte Flächenschaden sehr leicht die Gleisketten oder Räder des Fahrzeugs beschädigen kann, was meist zu einer Immobilisierung des SPz führt. Ein unbeweglicher und erfasster SPz ist ein toter SPz – das ist besonders für diejenigen unter Euch wichtig, die sich lieber versteckt halten, statt über das Schlachtfeld zu bugsieren. Es ist deshalb maßgebend, die Position umgehend zu wechseln, sobald man erspäht wird, weil man sonst zu einer leichten Beute für Jedermann werden kann.

Ungeachtet des eingesetzten Waffensystems ist die Feuerkraft der leichten SPz eher gering und ihre Möglichkeiten der Feuerunterstützung werden stets den anderen Klassen unterlegen sein. Schützenpanzer, die mit Lenkflugkörpern bewaffnet sind, können mit guter Zielsetzung und etwas Glück zwar auch einen KPz außer Gefecht setzen, doch ihre Maschinenkanonen sind nur gegen leicht oder gar nicht gepanzerte Ziele von Wirkung. Raketenträger, wie der VBL, die auf einige Kills spekulieren, sollten sich deshalb möglichst von der Frontlinie fernhalten. Fahrzeuge, die sich auf ihre Maschinenkanonen verlassen müssen, sollten sich hingegen mitten ins Geschehen vorwagen, um ihre Gegner mit Flankenangriffen zu überraschen.

Wenn Ihr eine Kombination aus Tarnung und Tempo bevorzugt, eurem Gegner gern unbemerkt in einem Versteck auflauert, gern eure Gegner markiert und sie zur Weißglut bringt, weil sie euch nicht sehen können und ihr gern großen Einfluss auf den Ausgang der Schlacht nehmt, dann sind die leichten Schützenpanzer für Euch die beste Klasse. Seid jedoch gewarnt, denn es ist gleichzeitig die am schwersten zu spielende Klasse bei Armored Warfare. Wer sie meistern will, muss nicht nur souverän mit der Spielmechanik umgehen, sondern auch umsichtig planen und in der Lage sein, die Situation auf dem Schlachtfeld "zu lesen".

Schwere SPz

Diese Gruppe besteht überwiegend aus Fahrzeugen mit Sechsrad- oder Kettenantrieb. Beispiele dafür sind:

  • BMP-Serie
  • Šakal und KTO Rosomaks
  • Bradley
  • Warrior

Die Gruppe wird im Update 0.22 um den OA-82 und den OT-64 COBRA erweitert. Früher umfasste diese Kategorie auch die Terminator-Fahrzeugfamilie, die jedoch in die Jagdpanzer-Klasse versetzt wurde, was ihrem Einsatzgebiet auf dem Schlachtfeld eher entspricht.

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Die Rolle der schweren SPz liegt irgendwo zwischen den leichten SPz und den Leichtpanzern. Was die Mobilität anbelangt, so haben sie, besonders auf festem Untergrund, nur noch gegen die leichten SPz das Nachsehen, wenn man folgende Skala zum Vergleich nimmt (von der höchsten bis zur niedrigsten Mobilität):

  • Leichte SPz
  • Schwere SPz
  • Leichtpanzer
  • Jagdpanzer
  • Kampfpanzer
  • Selbstfahrlafetten

Die Bewaffnungssysteme sind mit denen der leichten SPz identisch, meist jedoch besser stabilisiert (höhere Präzision bei Bewegung) oder mit höherer Feuerrate bedacht. Schwere SPz sind außerdem größer und besitzen mehr Trefferpunkte, wobei einige von ihnen auch solide geschützt sind und damit durchaus den Leichtpanzern Konkurrenz machen. So ist sowohl der Bradley als auch der BMP-3 mit einem ERA-Paket ausgestattet. Der Bradley kann außerdem mit einem Soft-Kill APS aufgerüstet werden, während der Warrior relativ dicke zusätzliche Panzerung in Form eines TES(H)-Pakets trägt. Man sollte sich generell jedoch nicht auf diese Panzerung verlassen, weil sie von Großkaliberwaffen und Lenkflugkörpern leicht durchschlagen wird.

Während sich die schweren SPz durchaus auch für den Einsatz als Späher eignen, besitzen sie im Gegensatz zu leichten SPz keine Aufklärungspakete, die die Feedbackzeit beim Erfasstwerden reduzieren und die Sichtweite bei Stillstand erhöhen. Meist sind sie auch viel größer, was ihren Tarnfaktor nochmals spürbar verringert. Diese beiden Nachteile machen sie wesentlich schlechter beim passiven Spähen – sie sind schlichtweg zu auffällig, um erfolgreich in Deckung zu bleiben und müssen sich auf ihre Geschwindigkeit und Agilität verlassen.

Schwere SPz eignen sich für jeden, der einen im Vergleich zu den leichten SPz mobileren Spielstil bevorzugt. Mobilität und Geschwindigkeit sind hier das A und O: Umkreist Eure Gegner und schlagt zu, wo es weh tut, also an Motorabdeckungen, Flanken und anderen Stellen, die für SPz-Beschuss anfällig sind. Oder geht auf Distanz und setzt Eure Lenkflugkörper ein, um die Feinde auszuschalten, während Ihr Euch auf Aufklärungsfahrten begebt.

Rolle der Schützenpanzer auf dem Schlachtfeld

Wie bereits erwähnt, besteht die Hauptrolle der Schützenpanzer bei Armored Warfare in der Aufklärung bzw. im Spähen. Dabei wird der Gegner für Euer gesamtes Team sichtbar gemacht, sodass Fahrzeuge, die etwas weiter vom Geschehen entfernt sind oder keine ausgeprägten Späherfähigkeiten besitzen, sie ins Visier nehmen können.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Spähen:

  • Aktives Spähen, bei dem ein Fahrzeug seine Geschwindigkeit einsetzt, um ein feindliches Fahrzeug zu erfasse, ohne von gegnerischen Angriffen getroffen zu werden
  • Passives Spähen, bei dem das Fahrzeug versucht, durch Stillstand so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben

Während die Leichtpanzer-Klasse zum aktiven Spähen prädestiniert ist, können die SPz beides – das Spähen ist ihr primäres Einsatzgebiet. Dabei sind leichte SPz Spezialisten im passiven Spähen (bei dem sie hinter Tarnung verweilen), während sich schwere SPz zum aktiven Spähen eignen und ihnen dabei nur die Leichtpanzer den Rang ablaufen.

Das wichtigste beim Spiel mit einem beliebigen SPz ist die Fähigkeit, den Verlauf der Schlacht im Auge zu behalten und jederzeit Herr der Lage zu sein. Wie bereits erwähnt, ist ein gestoppter oder ein abgebremster SPz ein toter SPz. Für diese Regel gibt es so gut wie keine Ausnahmen, schließlich stellen diese fragilen Fahrzeuge eine saftige Beute dar.

Die grundlegende Nahkampftechnik nennt sich "Umkreisen". Das automatische Einrasten Eurer Waffe auf den Gegner auf kurzer Distanz ermöglicht Euch dank der hohen Manövrierfähigkeit und schnellen Turmschwenkung, Euch auf das Fahren und den Beschuss des Gegners zu konzentrieren, während Ihr seine Flanken und das Heck ins Visier nehmt. Auf diese Weise könnt Ihr sogar die schwersten KPz umkreisen, ohne dass sie imstande sind, Euch zu folgen. Diese Taktik eignet sich insbesondere gegen Ziele, gegen die Eure Bewaffnung normalerweise keine Chance hätte, so wie im Falle des Challenger, dem mit Maschinenkanonen nur am Heck beizukommen ist. Seid jedoch auf der Hut, denn agile Gegner, wie Leichtpanzer, andere SPz und einige Jagdpanzer sind durchaus in der Lage, Euch bei Euren Manövern zu folgen und ein frontaler Nahkampf ist etwas, was jeder SPz tunlichst vermeiden sollte.

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Schwere SPz sind dank ihrer höheren Ausdauer, dem besseren Schutz, der höheren Feuerkraft und ansehnlichen Späherfähigkeiten besonders gut in der Lage, Jagd auf leichte SPz zu machen. Sobald Ihr einen gegnerischen SPz mit Eurer Spezialfähigkeit markiert, wird das garantiert seinen Tag ruinieren.

Eine weitere Fähigkeit, die erlernt werden sollte, ist das Wissen um geeignete Späherpositionen auf jeder Karte. Der Schlüssel liegt hierbei darin, einen Ort mit den folgenden Eigenschaften zu finden:

  • Gute Aussicht über Gebiete, auf denen der Feind voraussichtlich auftauchen wird
  • Viel Tarnung und geeignetes Blattwerk
  • Leicht erreichbare Rückzugswege

Der letzte Punkt sollte nicht unterschätzt werden, denn sobald Ihr entdeckt werdet, habt Ihr höchstens nur eine oder zwei Sekunde, um zu reagieren, während der Feind Euch noch im Visier hat. Die beste Taktik besteht darin, in Deckung zu bleiben und sich mit der Vorderseite der Wanne zum Rückzugsweg aufzustellen. In dieser Ausgangslage muss man bei Gefahr nur nach vorn beschleunigen, statt wertvolle Zeit aufs Wenden zu verlieren.

Wer die SPz-Klasse wirklich meistern will, braucht Geduld, Spielerfahrung und viel Übung, um am Ende jeden noch so schweren Gegner um den Finger zu wickeln. Es ist daher die richtige Wahl für alle unter Euch, die es den anderen mal so richtig beweisen wollen, denn immerhin sind kompetente SPz-Spieler die am schwersten zu tötenden Gegner im gesamten Spiel.

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