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In Entwicklung: Al-Hussein

Kommandanten!

In unserem letzten Artikel hatten wir erwähnt, dass der KPz C1 Ariete aus der aktuellen britischen KPz-Linie in Francine De Laroches Fahrzeugangebot als Alternative zum VCAC Mephisto auf Tier 8 versetzt wird, während an seiner Stelle in der britischen Linie ein anderes Fahrzeug nachrückt. Heute möchten wir euch alles über das nachrückende Fahrzeug erzählen – den Kampfpanzer Al-Hussein.

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Al-Hussein Hybrid

Der Al-Hussein ist ursprünglich nichts weiter als eine Standardausführung des Challenger 1 gewesen, die nach der Ausmusterung des KPz in Großbritannien (wo an seine Stelle der Challenger 2 trat) an das Königreich Jordanien verkauft wurde. Die Jordanier erwarben zwischen 1999 und 2004 etwa vierhundert der älteren Challenger 1, um ihre längst in die Jahre gekommenen Centurions zu ersetzen (unterschiedliche Quellen variieren zwischen 392 und 402 erworbenen Panzern).

Im jordanischen Dienst wurde das Fahrzeug in Al-Hussein umbenannt, zu Ehren König Husseins, eines erfolgreichen Herrschers und Vaters des jetzigen jordanischen Königs Abdullah II. Das Fahrzeug verblieb zunächst im unveränderten Zustand. Was natürlich recht schnell zum Problem wurde. Der Panzer basierte auf Technologie der 1970er- und 1980er-Jahre und wurde erstmals 1983 in den Dienst gestellt. Die seinerzeit adäquate 120-mm-Zugrohrkanone gehörte im 21. Jahrhundert bereits zum alten Eisen, ebenso wie die für das Geschütz verfügbare Munition.

Anders ausgedrückt war es kein angemessenes Instrument, um die israelischen Merkavas zu konfrontieren und auch wenn Jordanien kein weiteres Militärabenteuer im Nahen Osten plante, war dies doch die Landmarke, an der sich das jordanische Militär orientierte. Aus diesem Grund wurde das Design- und Entwicklungsbüro König Abdullah (KADDB) damit beauftragt, die Situation zum Besseren zu ändern.

Für die beteiligten jordanischen Ingenieure waren Kampfwertsteigerungen aller Art nichts neues und sie lokalisierten zunächst die größten Schwachpunkte des Fahrzeugs im Bereich Feuerkraft und der in die Jahre gekommenen TOGS-Feuerleitanlage. Beides musste aufgerüstet werden, wenn man den Panzer neue Kraft verleihen wollte und glücklicherweise war gerade zu diesem Zweck eine großartige Option kommerziell verfügbar – die schweizer 120-mm-L/50-Glattrohrkanone RUAG CTG (Compact Tank Gun).

Zwecks Aufrüstung des Challenger 1 wurden zwei Richtungen eingeschlagen:

  • Entwicklung eines komplett neuen Turms mit niedrigem Profil und der oben erwähnten Kanone mit automatischen Lademechanismus und einer neuen FLA
  • Aufsrüstung des bestehenden Challenger-1-Geschützturms mit derselben Kanone und FLA

Der erste Ansatz resultierte in einer Al-Hussein-Wanne mit einem neuem FALCON-Turm (diese Variante ist bei Armored Warfare als Premiumpanzer erhältlich). Das 2003 der Öffentlichkeit vorgestellte Falcon-Design stellte eine radikale Abkehr von dem bis dahin für den Challenger 1 geltenden Prinzip eines extrem gut geschützten Turms. Die Besatzung konnte die Kanone bei Bedarf auch von der Wanne aus bedienen, was ihre Sicherheit bedeutend erhöhte. Der Turm war auch extrem niedrig und reduzierte die Silhouette des Fahrzeugs beachtlich, was es schwerer zu treffen machte.

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Al-Hussein Hybrid

Einen weiteren Vorteil des Konzepts bildete die erhöhte Feuerkraft. Der Turm war mit der 120-mm-L/50-Glattrohrkanone von RUAG Defense Systems ausgerüstet, was die Kanonenleistung des Al-Hussein auf NATO-Glattrohrstufe brachte. Die Feuertests wurden 2005 abgeschlossen. Die Kanone wurde automatisch geladen und ihre Feuerrate wurde mit bis zu 8 Schuss pro Minute angegeben. Sie war in der Lage, standardmäßige 120-mm-NATO-Munition zu verschießen. Der Turm war außerdem mit einem automatischen Brandschutz und NBC-Schutzsystemen ausgestattet.

Aus unbekannten Gründen wurde das FALCON-Programm nicht zur Serienreife gebracht. Eine verbesserte Version namens FALCON 2 wurde zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt und es gab Berichte über die Entwicklung eines FALCON-3-Turms, momentan jedoch gibt es keine konkreten Pläne für die Herstellung eines FALCON-Moduls für die Al-Hussein-Plattform.

Den zweiten Ansatz ereilte ein ähnliches Schicksal. In diesem Fall nahmen die Jordanier einen Standarturm des Challenger 1 und ersetzten das alte Geschütz durch die bereits erwähnte RUAG CTG (nur manuell geladen), während anstelle der alten FLA ein brandneues Modell von Raytheon rückte. Das FLA-Modell war dasselbe, wie es bei den aufgerüsteten jordanischen M60A3-Panzern verwendet wurde, weshalb die Jordanier mit seiner Funktionsweise wohlvertraut waren. Sie umfasste folgende Komponenten:

  • Tag-/Nachtvisier mit Wärmebildkamera
  • Integrierter Laserabstandsmesser
  • Wettersensoren mit einem großen sichtbaren Mast

Als Option wurde die Installation einer CITV-Wärmebildkamera in Betracht gezogen (eine Attrappe war bereits Bestandteil der Prototypen), mit der die Besatzung im Hunter-Killer-Modus arbeiten konnte, in dem der Kommandant ein neues Ziel ins Visier nimmt, während der Richtschütze noch das vorherige Ziel abfertigt. Der so aufgerüstete Turm war leicht an dem fehlenden TOGS-Visier an der rechten Frontseite erkennbar. Das Geschütz verfügte über eine neue elektronische Leitanlage von Raytech Jordan.

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Auch die Turmpanzerung wurde angeblich aufgerüstet, allerdings ist nicht bekannt, auf welche Werte. Der Panzer verfügte außerdem über:

  • Halbautomatischer Claverham-Ladeassistent im Turmheck zur Erhöhung der Feuerkraft
  • Neues AB8-Hilfsaggregat
  • Aufgerüstetes ABC-System und optimierte Klimaanlage in der Wanne (versetzt aus dem Turmheck)

Der erste Prototyp wurde 2004 unter der Bezeichnung Al-Hussein Hybrid vorgestellt. In den darauffolgenden Jahren gesellten sich drei weitere Prototypen dazu, jeweils in einer etwas anderen Konfiguration (bei den ersten Modellen befand sich die CITV-Kamera oberhalb des Richtschützenvisiers, während sie bei den späteren Modellen gegenüber der Kanone platziert wurde).

Ähnlich wie im Falle des FALCON-Modells konnte auch diese Variante kein Interesse beim jordanischen Militär wecken, auch wenn sie ohne weiteres verfügbar gewesen wäre. Nach diversen weiteren Testreihen und zähen Verhandlungen wurde die Armee zusehend ungeduldiger und entschied sich 2018 aufgrund von fehlenden Ersatzteilen und der allgemein veralteten Charakteristik dazu, den Hussein komplett durch den Rad-Jagdpanzer Centauro zu ersetzen.

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Bei Armored Warfare wird der Al-Hussein ein Fortschritts-Kampfpanzer auf Tier 8 sein. Vom Gameplay her wird er sich als sehr robustes und widerstandsfähiges Fahrzeug perfekt in die Challenger-Linie des Spiels einfügen (anders als der Ariete, der sich eher in die Leclerc-Reihe einfügen wird).

Den Hauptunterschied wird die 120-mm-RUAG-Kanone ausmachen. Das Geschütz ist zwar bereits im Spiel als Hauptbewaffnung des Challenger 1 FALCON präsent, allerdings wird die Al-Hussein-Version manuell geladen – das Fahrzeug wird über einen Ladeschützen verfügen. Mit einer Kampfleistung, die der des Leopard 2 ähnelt, verlangt diese Waffe jedoch nach einem anderen Spielstil, weil sie sich nicht auf die Präsenz von HESH-Projektilen setzen kann. Aktuell erwägen wir den Einbau eines Ready-Rack-Magazins, der den Ladeassistenten des realen Modells simulieren würde. Ein weiterer Unterschied zwischen diesem Panzer und dem regulären Challenger 1 wird das Vorhandensein eines ERA-Sets sein, basierend auf dem Design des M60 Phoenix.

Wir hoffen, dass euch dieser Panzer gefällt und sehen uns auf dem Schlachtfeld!

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