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In Entwicklung: AMX-40

Kommandanten!

Wie wir bereits aus dem vorangegangenen Artikel zum AMX-30 wissen, wurden die französischen AMX-30 KPz erfolgreich in alle Welt exportiert, vor allem in Länder mit Verbindungen zum französischen und spanischen Militär, den größten Abnehmern des Panzers. Im heutigen Artikel werfen wir einen kurzen Blick auf einige AMX-Exportvarianten, allen voran den KPz AMX-40.

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AMX-40

In Frankreich begann man recht früh mit der Entwicklung von Exportvarianten des AMX-30. Die erste zum Export angebotene Variante des AMX-30B stellte im Grunde eine abgespeckte Version des Originals dar und ließ sich nicht sonderlich erfolgreich vermarkten, sodass die eigentlichen Exportfahrzeuge entweder voll ausgestattete Modelle oder auf Kundenwunsch modifizierte Fahrzeuge darstellten.

Die Franzosen erkannten recht früh, dass sie angesichts der starken amerikanischen und deutschen Konkurrenz an alles und jeden verkaufen mussten, der den politischen Interessen des Landes nicht gerade diametral entgegenstand – selbst wenn das bedeutete, dass die Auslegung der Menschenrechte durch die Empfänger zur Nebensache geriet. Die Länder der FINBEL-Koalition jedenfalls, die einst den Bau eines vereinten europäischen KPz vorantrieben, entschieden sich entweder für den Leopard 1 oder für amerikanische Modelle. Besonders die Übernahme des Leopard durch die Belgier machte den Franzosen ziemlich zu schaffen.

Und so kam es, dass zu den ersten Abnehmern des Panzers das faschistische Spanien und die Militärjunta in Griechenland gehörte. In Spanien gewann der AMX das Rennen gegen den Leopard 1, weil die Briten nicht darauf erpicht waren, ihre exzellente L7-Kanone an ein faschistisches Regime zu verkaufen, während die Franzosen dieses moralische Problem umgingen, indem die eine lokale Lizenzproduktion anboten. Die dabei entstandene Spezialvariante des AMX-30 nannte sich AMX-30E. Die Griechen wiederum erwarben 1969 über 200 AMX-30-Einheiten.

Europa war aber keineswegs die einzige Region, in der die Franzosen ihre Panzer zum Verkauf anboten. Frankreich war seit jeher gut im Nahen Osten aufgestellt, beispielsweise durch die Einmischung im Israelischen Unabhängigkeitskrieg. Nach 1950 schwenkte das Land auf einen pro-arabischen Kurs um, was jedoch allein der Aufrechterhaltung des französischen Einflusses in der Region geschuldet war. Diplomatisch sorgsam durchgeführte Verhandlungen mit Saudi-Arabien führten schließlich zu einer großen Bestellung einer AMX-30-Variante namens AMX-30S (oder AMX-30 "Sahara"). Dabei handelte es sich um eine an die klimatischen Verhältnisse von Wüstenregionen angepasste Version des AMX-30B, die gegenüber der Originalversion folgende Änderungen aufwies:

  • Zusätzliche Sandschilde
  • Auf 620 PS abgeschwächter Motor
  • Die Übertragungsrate wurde modifiziert, um die Beschleunigung auf Kosten der Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen
  • Verbessertes M.409-Visier mit Laserentfernungsmesser und IR-Optik

Die erste Partie dieser Panzer wurde zwischen 1973 und 1976 nach Saudi-Arabien verschifft, am Ende nannten die Saudis etwa 300 dieser Panzer und mehr als zweihundert weitere Varianten ihr eigen. Sie werden seit längerer Zeit ausgemustert und durch moderne Fahrzeuge ersetzt, einige Exemplare sind aber wohl immer noch betriebsbereit. Während der Vertrag mit Saudi-Arabien bereits umgesetzt wurde, meldete ein weiteres Land in der Region Interesse an dem Panzer an – das Militär der Vereinigten Arabischen Emirate bestellte 1977 64 Einheiten, wobei es sich eher um eine politische Geste handelte, als um einen ernstgemeinten Versuch, die eigenen Streitkräfte aufzurüsten.

Ermutigt durch diese Erfolge begann der französische Konzern AMX mit der Entwicklung einer exklusiv für den Exportmarkt konstruierten, aufgewerteten Version des AMX-30. Die Entwicklung dieses Modells verlief parallel zu der des AMX-30B2 und der erste Prototyp wurde 1979 unter der Bezeichnung AMX-32 vorgestellt.

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AMX-32

Der größte Unterschied zum AMX-30B bestand in der Verwendung eines neuen kastenförmigen Turms aus Walzstahl, der eine Erhöhung der Schutzeigenschaften gegenüber dem alten Turm des AMX-30B darstellte. Dieses wurde, ähnlich wie bei den Leopard-Panzern, durch den Einsatz von Schottpanzerung erreicht, die besonders effektiv gegen HEAT-Geschosse war. Die Schottpanzerung wurde nicht nur am Turm eingesetzt, sondern auch an der Wannenfront, was den Panzer gegen panzerbrechende Unterkalibergeschosse mit Wolframkern bis zu 75 mm wappnete. Das Fahrzeug verfügte außerdem über Nebelmittelwerfer und ein ABC-Schutzsystem.

Die Modifikationen erhöhten das Gewicht des Panzers auf ca. 40 Tonnen, was durch die Verstärkung des älteren Hispano-Suiza-Dieselmotors HS-110 auf 800 PS kompensiert wurde (die so entstandene Variante wurde HS-110-2SR genannt). Der Motor wurde mit dem SESM-ENC200-Getriebe kombiniert, das auch beim AMX-30B2 zum Einsatz kam. Diese Kombination erlaubte es dem Fahrzeug trotz des spürbaren Gewichtsanstiegs, sich die exzellente Mobilität des AMX-30B zu bewahren und auf ganze 65 km/h zu beschleunigen.

Ursprünglich war das Fahrzeug mit dem gleichen Kanonenmodell ausgerüstet, wie der AMX-30B – einer manuell geladenen 105-mm-Zugrohrkanone des Typs CN-105 F1 L/56, die durch eine 20-mm-Maschinenkanone ergänzt wurde. Der Höhenrichtwert der 105-mm-Kanone betrug +20/-8 Grad. Das Geschütz war aus Kostengründen nicht stabilisiert, was zu verringerter Präzision bei Bewegung führte. Bei Stillstand machte das Geschütz seine Sache ohne Beanstandung. Das Fahrzeug führte 47 Projektile mit sich. Auch die FLA teilte sich der Panzer mit dem AMX-30B2 – es war ein System namens COTAC mit Wärmebildkamera und Laserentfernungsmesser. Die ausgewiesene Feuerrate betrug 8 Schuss pro Minute.

Alles in allem war es ein für seine Zeit solider, moderner Panzer, der zwar kein technologisches Wunder darstellte, durch seinen relativ günstigen Preis aber vor allem Käufer in den Ländern der Dritten Welt anlocken sollte, die sich keinen modernen amerikanischen oder deutschen Panzer leisten konnten.

Gleichwohl galt die 105-mm-Kanone zu jenem Zeitpunkt bereits als veraltet, sodass die Franzosen 1981 eine Variante des AMX-32 mit einer 120-mm-Glattrohrkanone namens CN-120-25 vorstellten, bei der es sich um eine Vorstufe der Char-Leclerc-Kanone handelte. Generell lag dieses Geschütz gleichauf mit der berühmten deutschen Rheinmetall-L/44 und konnte standardmäßige NATO-Munition verschießen, war aber auch etwas länger (L/52). Das Geschütz behielt die Höhenrichtwerte der 105-mm-Kanone bei, allerdings reduzierte sich die Zahl der mitgeführten Geschosse auf 38 Stück.

Zwischen 1979 und 1981 entstanden sechs Prototypen, die jedoch trotz der erhöhten Feuerkraft kein Interesse bei potenziellen Kunden wecken konnten. Das lag wohl an den eher durchschnittlichen Schutzeigenschaften, sowie an der Tatsache, dass kein Fahrzeug umgehend verfügbar war. Darüber hinaus hatten sich die vielversprechendsten potenziellen Kunden gerade erst mit anderen Modellen eingedeckt. Alles sprach dafür, dass AMX mit einer attraktiven Kampfwertsteigerung aufkommen musste, um weiterhin Erfolg auf dem Waffenexportmarkt zu haben.

Diese Aufwertung kam 1983 in Form eines neuen Exportpanzer-Prototypen namens AMX-40, der ähnlich wie der AMX-32 als leistungsstarker und kostengünstiger Panzer für die Länder der Dritten Welt konzipiert wurde. Der Name mag zwar dazu verleiten, in dem Fahrzeug eine Weiterentwicklung des AMX-30B und des erfolglosen AMX-32 zu sehen, doch weit gefehlt – der AMX-40 stellt einen komplett neuen Entwurf dar.

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AMX-40

Wie der Name andeutet, wurde das Gewicht des Panzers offiziell auf 43 Tonnen erhöht. Ähnlich wie beim AMX-32 wurde auch beim AMX-40 die Panzerung nach Vorbild des Leopard 2 mit Luftkammern versetzt, was die Schutzeigenschaften des Panzers gegenüber seinen Vorgängern nochmals erhöhte.

Laut offiziellen technischen Angaben konnte er 100-mm-HEAT-Geschossen und kinetischen Geschossen bis 75 mm standhalten. Die Turmseiten waren wesentlich dünner und nur gegen sowjetische 23-mm-Geschosse geschützt. Für die frühen bis mittleren 1980er-Jahre war das zu wenig. Es war zwar mehr, als die älteren AMX-Panzer boten, lag jedoch weit abgeschlagen hinter den Schutzeigenschaften von modernen KPz der 1980er. Man ging davon aus, der Panzer würde nicht gegen reguläre, modern ausgerüstete Truppen antreten, sondern gegen veraltete sowjetische Technik, was ihn höchstens für Konflikte in Afrika und Südamerika geeignet machte (wenn überhaupt). Zusätzlicher Schutz wurde durch die Nebelmittelwurfanlage Galix, ein ABC-Schutzsystem und eine automatische Feuerlöschanlage gewährt.

Die Mobilität wurde wieder einmal erhöht, der Antrieb bestand aus einem Poyaud V12X Dieselmotor mit 1000 bis 1100 PS und dem deutschen Automatikgetriebe ZF LSG 3000. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 70 km/h und das Fahrzeug war erstaunlich wendig.

Die Bewaffnung bestand aus der bereits bei der späteren AMX-32-Variante verwendeten 120-mm-Glattrohrkanone CN-120-25. Das Geschütz wurde manuell geladen (das Fahrzeug verfügte über eine Vier-Mann-Besatzung), war voll stabilisiert und kam wieder im Doppelpack mit der 20-mm-Maschinenkanone, die gegen weiche und tief fliegende Ziele wie Hubschrauber eingesetzt werden konnte. Die Feuerleitanlage COTAC wurde vom AMX-32 und AMX-30B2 übernommen. Der Panzer führte 40 Geschosse mit sich, von denen 19 im Turmheck gelagert wurden.

Zwischen 1983 und 1985 wurden vier Prototypen gebaut und diversen Ländern des Nahen Ostens zum Kauf angeboten. Leider wiederholte sich die Geschichte des letzten Misserfolgs und auch der AMX-40 konnte kein Interesse bei potenziellen Käufern wecken. Hierfür gab es wiederum mehrere Gründe. Zum einen kam er zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da sich die größten potenziellen Käufer bereits andere Fahrzeuge zugelegt hatten.

Zum anderen war der Panzer dermaßen vielseitig ausgelegt, dass er in keiner Rolle wirklich überzeugend rüberkam. Die reichen Länder legten sich teure (und bessere) Panzer zu, während die armen Länder je nach politischer Zugehörigkeit auf ausgemusterte Fahrzeuge der amerikanischen bzw. sowjetischen Armee setzten. Der AMX-40 schwebte irgendwo dazwischen und konnte keine der beiden Seiten wirklich begeistern. Um ein Haar hätte ein Deal mit Ägypten geklappt, wo die Fahrzeuge bereits getestet wurden, doch in der Zwischenzeit schloss das Land einen Kaufvertrag für hunderte amerikanischer M60 ab und aus dem Exportgeschäft mit Frankreich wurde wieder nichts. Der wirkliche Erfolg des AMX-40 bestand in der Fülle an wichtigen Erkentnissen, die das Modell den Ingenieuren von AMX bei der Entwicklung des neuen Panzers für die französische Armee lieferte – des Leclerc.

Der AMX-40 wurde zwischen 1983 und 1990 angeboten, woraufhin das Programm sang- und klanglos eingestellt wurde.

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Bei Armored Warfare wird der AMX-40 ein Kampfpanzer der französichen Fortschrittslinie auf Tier 5 sein und damit der erste von zwei Tier-5-Panzern der Händlerin Francine De Laroche. Vom Gameplay her wird er seinem Vorgänger AMX-30B ähneln, also im Grunde ein mobiler KPz á la Leopard sein, der je nach Wahl zwischen Feuerkraft- und Mobilitätsmodulen in zwei Rollen aufgestellt werden kann:

  • Feuerunterstützung auf große Distanz und taktischer Sniper
  • Mobiler Feuerschutz

Der Panzer kommt mit einer präzisen 120mm Glattrohrkanone, sowie einer koaxialen 20mm Maschinenkanone daher, die auch dann noch benutzt werden kann, wenn die Hauptkanone geladen wird. Der Panzer verfügt außerdem in seiner Top-Konfiguration über eine zusätzliche Panzerplatte, die den Schutz der unteren Frontseite deutlich erhöht.

Wir hoffen, dass euch dieses Fahrzeug gefällt, und sehen uns auf dem Schlachtfeld!

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