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In Entwicklung: ASCOD LT-105

Wenn es ein Wort gibt, das die ASCOD-Plattform am Besten beschreibt, dann ist es das Wort "international". Sie wurde von Österreich und Spanien entwickelt, von den Briten adaptiert und mit einer großen Auswahl an Geschütztürmen angeboten, angefangen vom italienischen OTO Melara, über den südafrikanischen Denel bis hin zu den amerikanischen Modell von General Dynamics mit niedrigem Profil. Dank dieses breiten Angebots stellt die ASCOD-Plattform ein wahrlich vielseitiges, wenn auch eher teures und nicht weit verbreitetes Werkzeug für jede Armee dar.

Die Ursprünge des ASCOD-Programms können bis in die frühen 1980er-Jahre zurückverfolgt werden, als man sich in Österreich auf die Suche nach einem Ersatz für die in die Jahre gekommenen MTW M113 und Saurer machte. Statt auf einen MTW, setzte man dabei allerdings auf einen SPz.

Das neue Fahrzeug sollte ursprünglich nur von den österreichischen Steyr-Werken produziert werden, doch die Entwicklung eines modernen SPz ist ein teures Unterfangen und so stellte sich am Ende des Jahrzehnts heraus, dass Steyr das Projekt nicht allein bewältigen konnte. So wurde schließlich 1988 ein Kooperationsvertrag zwischen Steyr und der spanischen Firma Empresa National Santa Barbara S.A. unterzeichnet, mit dem ein gemeinsames Projekt mit der Bezeichnung ASCOD initiiert wurde (ASCOD steht für Austrian Spanish Cooperation Development).

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Das Projekt bildete die Grundlage für mehrere Fahrzeuge auf Basis der ASCOD-Plattform, mit dem österreichischen SPz Ulan und dem spanischen SPz Pizarro als den bekanntesten Vertretern. Es gab aber auch weitere Modelle, die gebaut bzw. entwickelt wurden und eines davon war - oder, besser gesagt, ist - das Feuersunterstützungsfahrzeug (bzw. der Leichtpanzer) ASCOD LT-105, das auch ASCOD Direct Fire genannt wird (oder einfach ASCOD DF).

Der erste Prototyp dieses Fahrzeugs, der von den oben genannten Konzernen in Zusammenarbeit mit General Dynamics entwickelt wurde, erschien um das Jahr 1986 auf der Oberfläche, als es mehreren potenziellen Exportkunden vorgestellt wurde. Das Projekt war rein kommerzieller Natur, da zu jener Zeit weder Österreich, noch Spanien Bedarf an einem derartigen Fahrzeug hatte. Die Idee dahinter bestand darin, eine Wanne der ASCOD-Plattform mit einem kommerziell verfügbaren Geschützturm zu kombinieren (in diesem Fall aus dem Angebot von Denel Land Systems aus Südafrika) und das daraus entstandene Modell potenziellen Kunden in Asien und Afrika anzubieten.

Der Prototyp selbst war dabei durchaus konventioneller Natur. Die ASCOD-Wanne bestand aus Stahl und bot frontalen Basisschutz gegen 14,5-mm-AP-Geschosse auf 200 Meter (STANAG 4569 Stufe 4). Dieser Wert konnte auf Stufe 5 erhöht werden und bot dann frontalem Schutz gegen 25-mm-APDS-Munition auf 500 Meter). Der Stahlturm von Denel gewährte vergleichbaren Schutz (frontal gegen sowjetische 23-mm-Maschinenkanonen). Das Kampfgewicht lag bei etwas über 30 Tonnen. Darüber hinaus war das Fahrzeug geschützt durch:

  • 76-mm-Nebelmittelwurfanlagen
  • Automatisches Feuererfassungs- und löschsystem
  • ABC-Schutzsystem

Folgende optionale Schutzsysteme konnten zusätzlich installiert werden:

  • Zusatzpanzerung oder explosive Reaktivpanzerung
  • Minenschutzsystem
  • Anti-Explosionssystem für den Kampfraum

Die Mobilität wurde durch den deutschen 720-PS-Motor MTU 8V-199 TE 20 mit automatischem Getriebe vom Typ Renk HSWL 106C3 gewährleistet. Diese Kombination ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h (die durchschnittliche Geschwindikgeit betrug 50 km/h). Interessanterweise war die Rücklaufgeschwindigkeit mit 35 km/h ebenfalls ziemlich hoch. Je nach Konfiguration konnte das Fahrzeug in 13-14 Sekunden von 0 auf 50 km/h beschleunigen und besaß einen Wenderadius von ca. 8,6 Metern. Das Fahrwerk basierte auf Torsionsstäben mit sechs Laufrädern und hatte mit den Diehl-129-Ketten einen Bodenruck von 74 kPa.

Anzumerken wäre an dieser Stelle, dass die oben genannten Mobilitätsdaten von einer späteren Variante stammen, die mehr als ein Jahrzehnt nach der Vorstellung des Prototypen von Genaral Dynamics European Land Systems angeboten wurde. Deshalb ist es durchaus möglich, dass die ursprüngliche Variante des ASCOD LT-105 mit einer schwächeren 600-PS-Version des Motors ausgestattet war, auch wenn für den Prototypen dieselbe Höchstgeschwindigkeit aufgelistet wurde.

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Der Denel-LMT-105-Turm war mit einer ebenfalls aus Südafrika stammenden 105-mm-Zugrohrkanone des Typs GT7 ausgerüstet, die einen langen Rückstoß von 600 mm besaß und Standard-NATO-Munition verschoss. Sie war vollständig stabilisiert und wurde aus einem 9 Geschosse fassenden Magazin manuell geladen. Weitere 7 Geschosse wurden im Turmheck gelagert.

Im Geschützturm saßen drei Besatzungsmitglieder, Kommandant und Richtschütze rechts von der Kanone, der Ladeschütze links. Der Richtschütze verwendete ein modernes Visiersystem mit Wärmebildkamera und Laserabstandsmesser, während dem Kommandanten nur ein stabilisiertes Tageslichtvisier zur Verfügung stand (über einen Monitor hatte allerdings Zugang zu der Wärmebildkamera des Richtschützen).

In dieser Konfiguration fand das Fahrzeug ursprünglich keine Abnehmer, sodass weitere Türme auf dem Chassis getestet wurden, darunter die folgenden Modelle:

  • Centauro von OTO Melara
  • Low-Profile Turret von General Dynamics, wie er beim M1128 Stryker zur Verwendung kam

Letzterer wurde ab 1988 in den Vereinigten Staaten getestet. Anders als die Hauptwaffe des Denel-Turms, wurde die extern angebrachte 105-mm-M68A1 des LPT automatisch geladen, was die Besatzung des Fahrzeugs auf drei Mann reduzierte. Der Turm war auch bedeutend leichter, was das Gewicht des Fahrzeugs auf 30 Tonnen drückte. Alles in allem scheint es aber, dass diese Variante keinen ernstgemeinten Versuch darstellte, ein marktfähiges Fahrzeug zu produzieren. Vielmehr diente der ASCOD als "Versuchskaninchen" für den Turm, weil gerade keine andere leichte Plattform zur Verfügung stand.

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Die letzte Turmvariante unter Verwendung des Centauro-Modells entstand nach 2000 und lag gewichtsmäßig irgendwo zwischen den beiden oben genannten Varianten.

Die weitere Entwicklung des Fahrzeugs nach 2000 ist weitgehend unbekannt. Es wurde fast zwei Jahrzehnte lang angeboten und der einzige potenzielle Abnehmer waren am Ende die Königlich-Thailändischen Marinestreitkräfte, die den ASCOD LT-105 mit dem Denel-Turm im Oktober 1999 angeblich zu ihrem zukünftigen Feuerunterstützungsfahrzeug gekürt hatten. Insgesamt soll es dabei um 15 Fahrzeuge gegangen sein (darunter ein Kommandofahrzeug), allerdings lassen sich diese Angaben bis auf das Datum nicht verifizieren und es ist durchaus möglich, dass der Deal überhaupt nicht abgeschlossen wurde.

Das Fahrzeug wurde also nahezu zwei Jahrzehnte lang ohne Erfolg vermarktet. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Zum einen mag es an den relativ schlechten Testergebnissen der ASCOD-Plattform außerhalb Österreichs und Spaniens gelegen haben, zum anderen an der KOnroverse bezüglich der Übernahme der ASCOD-Plattform durch die Briten unter dem Namen Ajax. Wie dem auch sei, entschied sich General Dynamics European Land Systems, das in der Zwischenzeit die beiden Entwicklerfirmen des ursprünglichen ASCOD-Programms, Steyr und Empresa National Santa Barbara, übernommen hatte, dieses Modell ca. 2015-2016 aus dem Programm zu nehmen, während die ASCOD-2-Plattformen mit 90-mm- bis 120-mm-Waffensystemen immer noch aufgelistet werden.

Bei Armored Warfare wird der ASCOD LT-105 ein Premium-Leichtpanzer des 8. Tiers sein. Er wird in gewisser Hinsicht einzigartig sein, denn ihr werdet erstmals bei einem Premiumfahrzeug die Möglichkeit haben, zwischen zwei Waffensystemen und den dazugehörigen Geschütztürmen zu wählen:

  • Bemannter Denel-Turm mit GT7-Kanone
  • Low-Profile Turret von General Dynamics mit M68-Kanone, bekannt vom M1128 Stryker

Der Denel-Turm wird die von beiden Waffensystemen besseren kinetische Geschosse in standardmäßiger Manier abfeuern, während der LPT-Turm bei schlechteren allgemeinen Charakteristiken der Kanonen einen Autolader verwenden wird. Die extern angebrachte Waffe des LPT wird im Vergleich zu anderen unbemannten Türmen im SPiel weniger Schaden nehmen.

Wir hoffen, dass euch dieses Fahrzeug gefällt und sehen uns auf dem Schlachtfeld!

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