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In Entwicklung: Griffin

Kommandanten!

Heute möchten wir euch das erste Fahrzeug aus einer Reihe von hochrangigen Fortschrittspanzern vorstellen, die im Verlauf der nächsten Saison ins Spiel kommen werden. Diese Fahrzeuge sollen nicht etwa das Portfolio eines neuen Händlers begründen, sondern das Angebot des existierenden Händlers Oscar Faraday erweitern. Jedes Fahrzeug wird auf seine Art einzigartig sein, sei es aufgrund von interessanter zusätzlicher Mechanik oder dank völlig neuartiger Konzepte. Lasst uns nun einen Blick auf den ersten Panzer dieser Gruppe werfen – den Leichtpanzer Griffin.

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Griffin

Am besten fangen wir dabei ganz von vorn an. Im Jahr 2014 sahen sich die NATO-Streitkräfte mit neuen Realitäten konfrontiert. Der Krieg gegen den Terror ging zu Ende und für die westlichen Armeen begann eine neue Ära, die von dem Vorgehen des russischen Militärs in der Ostukraine eingeläutet wurde. Konventionelle Kriegsführung rückte wieder in den Vordergrund und mögliche Antwortszenarien auf potenzielle russische Angriffe wurden abermals auf die Tagesordnung der Militärstrategen gesetzt.

In den Augen des Westens waren (und sind) die am meisten gefährdeten Regionen die baltischen Länder, wobei sich beide Konfliktparteien darüber im Klaren waren, dass die Antwortoptionen der NATO in der Region nur begrenzt sein könnten. Die angesichts dieser Tatsache getroffenen Maßnahmen, wie etwa die Bildung der NATO Response Force, reichten höchstens als Abhilfe, denn es genügt eben nicht, bestehende Einheiten um weitere Truppen zu erweitern – sie müssen auch über entsprechende Ausrüstung verfügen, um der Aufgabe gewachsen zu sein.

Für die Armee der Vereinigten Staaten bedeutete das die Lancierung mehrerer neuer Programme (die allerdings im Umfang kleiner waren, um nicht die Fehler des "Future Combat Systems"-Programms zu wiederholen). Eines davon trug die Bezeichnung MPF (Mobile Protected Firepower).

Das Ziel des MPF-Programms bestand – und besteht – darin, die U.S.-Luftlandetruppen mit einem höchst mobilen Leichtpanzer zu versorgen, der ansehnliche Feuerkraft bieten würde und für den Abwurf mit der C-130 Hercules geeignet wäre. Dieser Leichtpanzer sollte den Stryker der Kampfeinheiten der Infanteriebrigade ersetzen. Im Gegensatz zu anderen amerikanischen Panzerprojekten, die aufgrund von ehrgeizigen Zielen als Milliardengräber scheiterten, setzte man beim MFP-Programm auf bereits vorhandene Technologie.

Das erste Fahrzeug, das für dieses Programm infrage kam, war die aktuellste Version des ehrwürdigen Leichtpanzers M8 Thunderbolt, der in unterschiedlichen Konfigurationen seit den frühen 1990er-Jahren produziert wurde. Ein anderer Kandidat, der Leichtpanzer CV90, stellte ebenfalls eine Variante einer älteren Plattform dar. Und es gab auch eine Art dritten Bewerber, der das Thema unseres heutigen Artikels bildet, nämlich den Griffin, dessen Entwicklung 2016 begann und der zu jenem Zeitpunkt kaum mehr darstellte, als ein Vorführmodell. An dieser Stelle sollten wir vielleicht kurz auf den Unterschied zwischen einem Vorführmodell bzw. Demonstrator und einem Prototypen eingehen. Während Prototypen konkrete Entwicklungskonzepte verkörpern, die unter realen Bedingungen getestet werden sollen, handelt es sich bei Demonstratoren um Vorführmodelle für technologische Neuentwicklungen, die zu diesem Zweck auf passenden Plattformen präsentiert werden. Anders ausgedrückt dient der Prototyp dazu, ein Fahrzeug als Ganzes zu testen, während ein Demonstrator einzelne Komponenten präsentieren soll. Diese Vorführmodelle sind oft bewegungsunfähig und es fehlt ihnen an wichtigen Komponenten, da sie nicht dazu bestimmt sind, funktionsfähige Fahrzeuge zu sein.

Der Griffin tauchte also erstmals 2016 als Technologie-Vorführmodell im Rahmen der Konferenz "Association of the United States Army (AUSA 2016)" auf. Zu jenem Zeitpunkt stellte er kaum mehr als eine Mischung aus Kartonteilen und existierenden Modulen dar und dementsprechend dauerte der Zusammenbau nur wenige Monate.

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Griffin

Er sollte möglichst imposant wirken und das MPF-Programm bewerben, das nur langsam vorankam und den Einheiten, für die er in erster Linie als Ersatz für den Stryker vorgesehen war, also die Luftlandedivisionen 101st Airborne und 82nd Airborne, den Fortschritt des Programms vorführen.

Der Griffin wurde von General Dynamics Land Systems nach den Vorgaben des MPF-Programms gebaut:

  • Niedriges Gewicht (das Fahrzeug musste per Flugzeug transportiert und mit Fallschirmen abgeworfen werden können, auch wenn die zweite Anforderung später fallen gelassen wurde)
  • Hohe Mobilität
  • Leichter Panzerungsschutz (gegen Beschuss durch feindliche Maschinenkanonen)
  • Ausreichende Feuerkraft zur Bekämpfung gegnerischer Panzer (anders ausgedrückt – eine Kanone der KPz-Klasse)
  • Verwendung existierender Technologien (nicht unbedingt das Beste vom Besten)

Der letzte Punkt erinnerte an den Zugang bei der Entwicklung des Abrams. Statt eines überteuerten Programms, das zu hundert Prozent neueste Technologie verwenden und am Ende im Fiasko enden würde, wollte die U.S. Army etwas technologisch weniger ausgefallenes, dafür aber erschwingliches.

Der Griffin erfüllte diese Anforderungen auf dem Papier. Als Basis diente ein weiteres Produkt der GDLS Corporation – die Ajax-Plattform. Darauf installierte man einen Aluminiumturm, der in Form und Innenausstattung dem Abrams-Turm M1A2 SEP v2 glich (man wählte diese Option, um den Trainingsaufwand der Besatzungen zu minimieren) und über eine experimentelle 120-mm-Glattrohrkanone namens XM360 verfügte.

Der eine oder andere von euch mag sich noch an die XM360-Kanone aus der Artikelserie über den Abrams-KPz erinnern, die sich in Sachen Größe und Leistung an der 120-mm-Glattrohrkanone M256 orientieren sollte, allerdings bei einem geringeren Gewicht und einem höherem Innendruck, der den Einsatz potenterer kinetischer Geschosse ermöglichte. Das Geschütz wurde im Rahmen des FCS-Programms entwickelt und eine Variante namens XM360E1 entstand speziell als Nachrüstung für den Abrams.

Die Kanone wurde gebaut und getestet, ging jedoch nicht in Serienproduktion. Das Programm allerdings wird fortgesetzt und man geht davon aus, dass dieses Geschütz (oder eine seiner Varianten) als Hauptbewaffnung an einem zukünftigen Abrams-Modell auftauchen wird (in der Presse bereits inoffiziell als M1A3 bezeichnet). Das Geschütz soll unter anderem in der Lage sein, Lenkflugkörper vom Typ XM1111 auf einer Distanz von 13 Kilometern zu verschießen.

Der GDLS-Konzern gab den Griffin übrigens auch für die Nutzung einer 105-mm-Kanone frei, was zwar weniger Kampfleistung bedeutete, dafür aber eine kostengünstigere Lösung darstellen würde. Interessanterweise wurde aufgrund der fortschrittlichen Technologien, die bei der oben genannten XM360-Kanone zum Einsatz kamen, die 105-mm-Variante favorisiert.

Das komplette Fahrzeugmodell wog 27 Tonnen und wurde für den Flugtransport und Abwurf aus Flugzeugen des Typs C-17 Globemaster freigegeben. Wenn ihr euch zurecht wundert, warum etwas so großes so wenig wiegen konnte, dann wird es euch nicht wundern, dass der Schutz des Fahrzeugs nur gegen Kleinkaliberwaffen ausreichte. Jede zusätzliche Panzerung und weitere Schutzmaßnahmen würden das Gewicht entsprechend erhöhen.

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Griffin

Das vorgestellte Modell machte jedenfalls Eindruck, sodass sich die eingerosteten Beschaffungsmühlen der U.S. Army langsam in Bewegung setzten. Im Jahr 2017 wurden die Anforderungen des MPF wie folgt angepasst und verfeinert:

  • Das Fahrzeug sollte zwischen 25 und 35 Tonnen wiegen
  • Es sollte über mind. eine 105-mm-Kanone verfügen
  • Die Panzerung sollte die Besatzung vor 30-mm-Maschinenkanonen schützen, mit zusätzlichem Schutz durch fortschrittliche APS
  • Das Fahrzeug sollte über modernste Sensoren verfügen, um die Fähigkeit zum Erstschlag zu gewährleisten
  • Ein C-17 sollte in der Lage sein, zwei dieser Fahrzeuge zur gleichen Zeit zu transportieren

Die Anforderung für Fallschirmabwürfe wurde hingegen fallen gelassen.

Man ging davon aus, mit der U.S. Army bis 2020 konkrete Prototyp-Verträge abzuschließen, doch stellte sich heraus, dass die Armee parallel zu den Verhandlungen mit General Dynamics Verhandlungen mit BAE Systems geführt hatte, die sich für den M8 Thunderbolt verantwortlich zeichneten. Ein Vertrag über 12 Prototypen, die zwischen 2019 und 2020 geliefert werden sollten, wurde mit beiden Konzernen abgeschlossen. Jenes Modell, das am Ende überzeugt soll 2022 gewählt und anschließend in einer ersten Charge von 500 Fahrzeugen zwischen 2024 und 2025 gebaut werden.

Doch das ist noch nicht alles zum Thema Griffin.

Das MPF-Programm ist nämlich nicht das einzige aktuell laufende Rüstungsprogramm der U.S. Army. Darüber hinaus wird im Rahmen des "Optionally-Manned Fighting Vehicle"-Programms (OMFV) auch ein Ersatz für den Bradley gesucht. Wie der Name bereits andeutet, besteht das Ziel dieses Projekts darin, einen neuen, teilweise autonom agierenden SPz zu finden.

Und wo beim MFP-Programm eine mögliche Lösung aus einheimischer Produktion in Form des M8 Thunderbolt bereitsteht, gibt es im Fall des OMFV-Programms keine Kandidaten aus amerikanischer Produktion – es sei denn, es würde komplett neu in den USA entwickelt werden. Das Militär jedenfalls verfolgt das Projekt mit Nachdruck. Die ursprünglich für 2032 angesetzte Ersetzung des Bradley wurde kürzlich wie folgt modifiziert:

  • 2023 – Auswahl des Gewinners des OMFV-Programms
  • 2026 – Diensteinführung des OMFV-Fahrzeugs

Insgesamt soll das Programm die etwa 1600 im aktiven Dienst befindlichen Bradleys ersetzen, ebenso einige Abrams, die dem "Armored Brigade Combat Team" angehören. Die Anforderungen lauten dabei wie folgt:

  • Das Fahrzeug sollte max. 41,5 Tonnen wiegen, um in einem C-17 aus den USA etwa nach Europa transportiert zu werden zu können
  • Zwei-Mann-Besatzung (optional; Fernsteuerung auf 1500 (mindestens) bis 3000 (ideal) Meter ist eine Anforderung)
  • Modernste Sensoren und Kommunikationsgeräte, einschließlich FLIR-Sensoren der dritten Generation
  • Die Fähigkeit, mind. 5 Soldaten, ausreichend Munition und weitere Ausrüstung mitzuführen, um 72-96 Stunden lang operationsfähig zu bleiben
  • Einen exzellenten Höhenrichtwert und eine fernbedienbare Waffenstation (RCWS), die das Fahrzeug für den Kampf in urbaner Umgebung optimieren soll; jedes Waffenmodul muss in der Lage sein, Ziele unabhängig ins Visier nehmen zu können
  • Ausreichende Kapazitäten für zukünftige Modernisierungen

Wie man bereits an dieser Aufzählung merkt, wird der Bau eines solchen Fahrzeugs keine leichte Aufgabe sein.

Dessen ungeachtet ist ein Fahrzeug, das im Zusammenhang mit diesem Programm ins Gespräch gebracht wird, ein modifizierter Griffin-Panzer namens Griffin III.

Dieses Modell wurde erstmals 2018 präsentiert und zwar ebenfalls in Form eines Technologie-Demonstratoren, wie der ursprüngliche Griffin auf der AUSA-Messe zwei Jahre zuvor.

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Griffin III

Das ganze Fahrzeug wog "weniger als 40 Tonnen" und war wieder nur leicht gepanzert. Das wohl interessanteste daran war der experimentelle Zwei-Mann-Turm von General Dynamics und ARDEC mit einer 50-mm-Kanone vom Typ XM913 Bushmaster Chain Gun des Herstellers Orbital ATK.

Der Höhenrichtwert der Kanone betrug +85/-20 Grad, was dem Fahrzeug exzellente Möglichkeiten in urbanen Kampfszenarien eröffnete, wie die Fähigkeit zur Bekämpfung von Zielen auf hohen Gebäuden oder niedrig fliegenden Angreifern, wie Hubschraubern und Drohnen. Das Geschütz war für zahlreiche Arten von Munition ausgelegt, darunter programmierbare HE-Geschosse. Als alternative Bewaffnung wurde die 30-mm-Kanone XM813 gehandelt.

Der Schutz des Fahrzeugs wurde durch diverse Module verstärkt, namentlich ein Laserwarnsystem, ein israelisches Hard-Kill-APS vom Typ Iron Fist und das Tacticam-Tarnsystem der neuesten Generation von Armorworks. Dieses System ist in der Lage, das Fahrzeug nicht nur visuell zu tarnen, sondern auch thermisch (Verschleierung der Wärmesignatur) und akustisch (die Fahr- und Betriebsgeräusche werden unterdrückt). Die außerhalb der Wanne befindlichen Treibstofftanks konnten sich selbst versiegeln.

Das Fahrzeug verfügte außerdem über einen Behälter für eine Selbstmorddrohne, sowie modernste MX-GCS-Visiere von L3 WESCAM und einige extrem empfindliche Sensoren, mit deren Hilfe der Bordrechner in der Lage wäre, selbst Beschuss durch Scharfschützen zu erfassen (sowie deren genaue Position).

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Griffin III

Der Griffin konnte sechs Soldaten transportieren, während die Bedienung des Fahrzeugs von nur zwei Besatzungsmitgliedern bewerkstelligt werden konnte – dank eines Assitenzroboters, der das Geschütz automatisch ausrichtete.

Der Dieselmotor MTU 8V199 V8 Kompressor brachte 800 PS Leistung und die anvisierte Höchstgeschwindigkeit sollte 70 km/h betragen. Das Fahrwerk basierte auf dem Ajax-Modell, wurde allerdings auf sechs statt sieben Laufrollen verkürzt.

Das Fahrzeug wurde seinerzeit wohlwollend aufgenommen, allerdings ist sein aktueller Status unbekannt – ob es die MFP-Testläufe absolvieren wird, ist ungewiss.

Eins jedoch ist sicher – bei Armored Warfare werdet ihr die Möglichkeit haben, den Griffin zu fahren. Diese erstklassige und fortschrittliche Plattform hat nämlich viel zu bieten. Und weil das erste Griffin-Modell 2016 als Leichtpanzer vorgestellt wurde, wäre es doch nur logisch, ihn auch bei uns als Teil dieser Klasse einzuführen. Oder doch lieber als schweren SPz von der Art eines Marder mit einer potenten 50-mm-Maschinenkanone? Lasst uns auf Discord wissen, welche Variante euch mehr zusagt und über welche Eigenschaften das Modell verfügen sollte!

Zur Auswahl stehen auf jeden Fall viele spannende Optionen – ein fortschrittliches Feuerabwehrsystem gefällig? Automatisierte Abläufe? Die moderne Tarnkappentechnik des 2018er Modells? Wir freuen uns auf eure Vorschläge und werden euch auf jeden Fall von dem Fortschritt bei unserer Arbeit an dem Modell berichten – oder doch gleich mehreren Modellen?

Und wem dieser Bericht zu wenige konkrete Informationen enthält, der sei darauf hingewiesen, dass dies erst der Anfang ist. Sobald die Fahrzeuglinie steht, werden wir euch viele aufregende Details mitteilen können.

Wir sehen uns auf dem Schlachtfeld!

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