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In Entwicklung: M1A2 SEP v3

Der M1 Abrams gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Kampfpanzern aller Zeiten. Nach eher bescheidenen Anfängen gelangte der Panzer während der Operation Wüstensturm zur Berühmtheit, wo er das Schlachtfeld dominierte und den alten sowjetischen und chinesischen Modelle überlegen war.

Die Geschichte des Abrams haben wir bereits in drei vorangegangenen Artikeln beschrieben:

Bei Armored Warfare ist die Abrams-Serie durch folgende Fahrzeuge vertreten:

  • XM1
  • M1
  • M1A1
  • M1A2
  • XM1A3

Sowie das Premiumfahrzeug XM1 FSED. Im Balanceupgrade 2.0 werden sie um ein weiteres Mitglied der M1-Abrams-Familie ergänzt – den M1A2 SEP v3.

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M1A2 SEP v3

In den letzten Jahrzehnten wurde der Abrams mehrmals grundüberholt und im Kampfwert gesteigert. Das Upgrade-Set "System Enhancement Package v3 (SEP)" von General Dynamics stellt die bislang aktuellste Kampfwertsteigerung dar. Verglichen mit dem früheren SEP-v2-Modell von 2005 stellt der SEP v3 eine große technologische Entwicklung dar.

Der zum ersten mal 2015 auf der AUSA Expo in Washington D.C. vorgestellte SEP v3 verfügt im Vergleich zu seinem Vorgänger über eine große Zahl von Verbesserungen. Diese konzentrieren sich hauptsächlich auf die Reaktionszeit (das Fahrzeug soll in der Lage sein, den Feind umgehend ins Gefecht zu verwickeln) und eine vom Wetter und der Entfernung zum Kampfgebiet unabhängige Einsatzfähigkeit (das Fahrzeug muss in der Lage sein, den Feind anzugreifen, bevor es vom Feind angegriffen wird).

Aus diesem Grund wurde ein neues Infrarotsystem für den Kommandanten und den Richtschützen installiert - das FLIR-(Improved Forward-Looking Infrared)-System der dritten Generation. Im Vergleich zum vorangegangenen Modell, ist dieses System in der Lage, unter Einsatz langer und mittlerer Infrarotwellen Ziele unter schwierigen Bedingungen (Nebel, Rauch) auf größere Distanz zu entdecken, selbst wenn diese Anti-IR-Vorrichtungen einsetzen (wie z.B. spezielle Farbbeschichtung).

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M1A2 SEP v3

Um seine Vormachtstellung auf dem Schlachtfeld zu garantieren, wurden für den SEP v3 neue Munitionstypen entwickelt. Zum einen die AMP-Geschosse, die das ältere Antipanzergeschoss MPAT ersetzten. Das AMP-Projektil kann unterschiedlich programmiert werden, sodass es entweder beim Aufschlag explodiert, mit einer Verzögerung explodiert oder in der Luft explodiert (was besonders gegen Infanterie und "weiche Ziele" extrem effektiv ist). Das Geschoss zollt den modernen Anforderungen an Kampfpanzer Tribut, die zusehends in urbaner Umgebung operieren.

Zum anderen wurde das neue Antipanzer-Projektil des Typs M829A4 entwickelt, das in der Lage sein sollte, die modernsten Schutzvorrichtungen außer Gefecht zu setzen, wie das russische ERA-System Relikt (die genaueren Eigenschaften unterstehen der Geheimhaltung). Ein weiterer Vorteil des neuen Projektils bestand in dem Einsatz einer neuen Treibladung, was die Leistung des Geschosses unter extremen Bedingungen garantierte, im Gegensatz zu kinetischen Geschossen, deren Leistung bei extremen Temperaturen sehr unzuverlässig ist. Die Entwicklung des M829A4-Projektil begann 2011 und verschlang ca. 80 Millionen Dollar.

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M1A2 SEP v3

Der SEP v3 ist außerdem mit dem ferngelenkten .50cal-HMG-Waffensystem (CROWS) ausgestattet, das auf dem Geschützturm montiert ist und Ziele unter Beschuss nehmen kann, ohne die Besatzung unnötig zu gefährden. Das CROWS-System ist mit einer modernen Tageslichtkamera ausgerüstet, die eine sehr detaillierte Beobachtung der Umgebung möglich macht.

Die Panzerung und das Hauptgeschütz blieben unverändert. Der Panzer verfügt über ein neues Hilfsaggregat, das die Stromversorgung bei einem Ausfall der Turbine gewährleistet. Auch wenn diese Änderung zunächst unbedeutend erscheint, hat sie das Potenzial, den oft kritisierten Treibstoffverbrauch des Panzers zu senken (weil die Turbine nicht ständig in Betrieb sein muss), ebenso wie die Wartungskosten der Turbine zu reduzieren.

Zu den zusätzlichen Eigenschaften gehören:

  • Ein Anti-USBV-Paket
  • Optimierte Feuerleitanlage (ermöglicht den Einsatz brandneuer und in der Entwicklung befindlichen Munitionstypen)
  • Verbesserte Bedienung (darunter ein neues Fehlerindikationssystem, das den Status des Fahrzeugs direkt an die Besatzung kommuniziert)
  • Verbesserte Kompatibilität

Die Tests des neuen Abrams-Modells begannen Anfang 2015, wobei sieben Prototypen an das berühmte Testgelände Aberdeen Proving Grounds in Maryland und das Yuma Proving Grounds in Arizona geschickt wurden. Die Testläufe sind bis 2020 angesetzt.

Das Projekt wird im Modus "Engineering Change Proposal" (ECP) entwickelt, was bedeutet, dass am Ende nicht unbedingt ein komplett neues Modell stehen muss, sodass die U.S.-Armee die ersten M1A2-SEP-v3-Einheiten (Kampfwertsteigerungen des M1A2 SEP v2) bereits 2017 erhalten wird. Die ersten Einsätze sind für die zweite Hälfte von 2020 geplant.

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