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In Entwicklung: M48A3

Die Patton-Serie gehört zu den ikonenhaften Panzerfamilien in der Geschichte der gepanzerten Kriegsführung. In einem der letzten Beiträge haben wir den Original-M48 erwähnt, der im Update 0.19 auf Tier 1 versetzt wird. Seinen Platz wird ein anderes Mitglied der M48-Familie einnehmen - der M48A3.

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M48A3 in Vietnam

Um den M48A3 zu verstehen, müssen wir uns zunächst den M48A1 ansehen, eine M48-Variante mit verbesserter Fahrerluke und Turmkuppel, die am 25. Oktober 1954 als eigenständige Version vorgestellt wurde.

Während der M48 zu keiner Zeit im Gefecht zum Einsatz kam, war dies beim M48A1 durchaus der Fall - und zwar nicht zu knapp. Zum ersten Mal wurde der M48A1 1958 in Übersee eingesetzt, als USMC-Panzer in Beirut einrollten. Weitere Einheiten wurden ab ca. 1959 in Deutschland stationiert. Der wohl bekannteste Einsatz des Panzers fand im Vietnamkrieg statt, wo er sich als solides und verlässliches Arbeitspferd profiliert hat. Nichtsdestotrotz gab es viel Raum für Verbesserungen, was bereits im Mai 1953 erkannt wurde.

Einer der großen Nachteile des M48A1 ist sein massiver Treibstoffverbrauch gewesen, der wiederum eine relativ kurzen operative Reichweite zur Folge hatte. Das Problem wurde zwar provisorisch mit externen, abwerfbaren Treibstofftanks gelöst, was jedoch nicht als dauerhafte Lösung bestehen konnte. Die relevanten Änderungen mussten an Motor und Getriebe vorgenommen werden.

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M48A1

So wurde zunächst ein Antrieb mit geringerem Kraftstoffverbrauch entworfen (AVI-1790-8), der die beiden Vergaser des ursprünglichen AV-1790-Modells durch Einspritztechnik ersetzte. Er brachte etwa 10 PS mehr Leistung auf, als der alte Motor.

Auch das Getriebe wurde ausgetauscht. Das neue Modell, XT-1400, war billiger und zuverlässiger als die alte CD-Serie, senkte jedoch aufgrund seines Designs die Bodenfreiheit des Fahrzeugs, was den Militärs nicht sonderlich gefiel. Dessen ungeachtet wurde der Motor, das Getriebe und die externen Treibstofftanks auf einem modifizierten M48 getestet, der im Januar 1954 die mit der offiziellen Bezeichnung T48E1 versehen wurde (die abermalige Verwendung der Serienbezeichnung T deutete auf die experimentelle Natur des Modells hin).

Der T48E1 erhöhte zwar die Reichweite des Fahrzeugs, doch die Verringerung des Treibstoffverbrauchs fiel relativ gering aus (die erhöhte Reichweite wurde hauptsächlich durch die zusätzlichen Tanks ermöglicht). Das Hauptproblem war das Getriebe - neben der bereits erwähnten verringerten Bodenfreiheit waren die Umbaukosten der M48-Wannen ziemlich hoch und dasselbe Panzermodell mit zwei unterschiedlichen Getrieben im Einsatz zu haben, war aufgrund der daraus resultierenden logistischen Probleme keine an sich gute Idee. Aus diesen Gründen wurde das XT-1400-Getriebe abgelehnt und man kehrte beim T48E1-Programm zu einer modifizierten Variante des älteren CD-850-Getriebes.

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T48E2

Ungefähr zur gleichen Zeit entwickelte man bei Detroit Arsenal ein eigenes Projekt zur Ausweitung der operativen Reichweite des M48 und Reduzierung seiner Wärmestrahlung. Dabei wurde der Motorraum des T48E1 umgestaltet, um die Luftzufuhr (und damit die Kühlung) des Motors zu erhöhen. Auch das interne Layout des Motorblocks und der Treibstofftanks wurde geändert, was die Kapazität auf 1268 Liter erhöhte. Auch der Zugang zum Motor wurde vereinfacht, um die Wartungszeiten zu verkürzen. Das Laufwerk wurde etwas modifiziert, um es zuverlässiger zu gestalten. Die modifizierte Variante erhielt die offizielle Bezeichnung T48E2, woraufhin im Dezember 1954 vier Prototypen bestellt wurden.

Im Frühjahr 1955 kombinierte man den T48E2 bei Chrysler mit einem neuen hydraulischen Turmkontrollsystem von Cadillac Gage, was die inoffiziell T48E3 genannte Variante hervorbrachte. Diese erhielt im Oktober 1955 die offizielle Bezeichnung 90mm Gun Tank M48A2, deren Produktion im Dezember abgesegnet wurde.

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M48A2 in deutschem Dienst

Der M48A2 wurde von einem 12-Zylinder-AVI-1790-8-Motor mit 29,3 Litern Fassungsvermögen angetrieben, der 690 PS aufbrachte und mit einem dem Cross-Drive-Getriebe CD-850-5 kombiniert war. Das Geschütz blieb unverändert (90 mm 41), ebenso wie die Front- und Seitenpanzerung und der Turm:

  • Obere Frontalplatte: 110 mm (angewinkelt bei 60 Grad)
  • Untere Frontalplatte: 102-61 mm (angewinkelt bei 30 Grad)
  • Seitenpanzerung Wanne: 76-51 mm
  • Oberseite Wanne: 57 mm
  • Kanonenblende: 114 mm (angewinkelt bei 30 Grad)
  • Turmfront: 178 mm
  • Turmseiten: 76 mm
  • Turmheck: 51 mm
  • Oberseite Turm: 25 mm

Was die Modifikationen der T48E2-Phase betrifft, wurde die Heckpanzerung verstärkt (41-30 mm statt 35-25 mm). Die Produktion lief von 1956 bis 1959 mit 2328 in Delaware (Chrysler) und New York (ALCO) gebauten Fahrzeugen.

Im Verlauf der Produktion wurde der Koinzidenzentfernungsmesser M17 durch einen stereoskopischen Entfernungsmesser vom Typ M13 ersetzt und das ballistische Laufwerk auf M5A2-Niveau erhöht. Auch die Kapazität des Rauchabsaugers wurde erhöht. Diese Variante wurde im Januar 1959 als M48A2C abgesegnet. Von den 2328 produzierten M48A2 entfielen 1344 auf die M48A2C-Variante. Der M48A2 hat eine interessante Geschichte, ist in den späten 1950er-Jahren neben dem M47 der erste Kampfpanzer in Westdeutschland der Nachkriegszeit gewesen. Von 1959 an wurden 1492 M48A2 gekauft. Zu den Alternativen gehörte die Wiederaufnahme der Panther-Produktion mit einer kampfwertgesteigerten Version, was jedoch aus politischen und wirtschaftlichen Gründen scheiterte.

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Israelischer Magach, Latrun Museum

Der M48A2 verrichtete seinen Dienst in der Bundeswehr bis in die 1980er-Jahre (als er schließlich durch den Leopard 2 ersetzt wurde). In den 1970ern verbesserten die Deutschen ihre M48A2 zum M48A2GA2-Standard, indem sie die 90-mm-Kanone durch die 105-mm-M68 ersetzten. Manchen Quellen zufolge wurden einige deutsche M48A2 an Israel verkauft, wo man sie in die Magach-Fahrzeugfamilie integrierte, die alle israelischen Patton-Varianten umfasste.

Zurück in den Vereinigten Staaten begann parallel zur Produktion des M48A1/M48A2 die Entwicklung eines weiteren Projekts, dessen Ziel darin bestand, die Reichweite des Fahrzeugs durch die Installation eines Dieselmotors nochmals zu vergrößern und die Feuerkraft zu erhöhen, indem man die 90-mm-Kanone mit einer lizensierten Royal Ordnance 105-mm-L7-Variante ersetzte. Es war - wieder einmal - eine Zwischenlösung, und es ist durchaus interessant, dass die amerikanischen Kampfpanzer der Nachkriegszeit (mit Ausnahme des M48 und des Abrams) allesamt als Zwischenlösungen konzipiert waren, was dem alten Spruch recht gibt, dass Zwischenlösungen am längsten währen. Das Programm resultierte schließlich im 105 mm Gun Tank M60, wobei dessen Entwicklungsgeschichte genug Stoff für einen eigenen Artikel bietet.

Am Ende fanden sich die Amerikaner im Besitz großer Mengen von M48A1 und A2 wieder, während sich der in fast jeder Hinsicht überragende neue KPz bereits in Produktion befand. Die naheliegende Lösung bestand darin, die M48A1- und A2-Modelle auf den Standard der M60-Varianten zu bringen, was sich jedoch als schwerer herausstellte, als von den Entwicklern gedacht.

Der erste Versuch, den M48A1 mit M60-Technologie nachzurüsten (insbesondere mit dem Dieselmotor und der 105-mm-Kanone), wurde im April 1960 unter der Bezeichnung M48A1E1 abgesegnet. Der erste Prototyp gelang bereits im März auf das Testgelände in Aberdeen, insgesamt wurden sechs Prototypen gebaut und von verschiedenen Einheiten getestet.

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M48A1E1

Anders als der M48A1 wurde der M48A1E1 von einem Dieselmotor angetrieben - dem Continental AVDS-1790-2 29 Liter V12, der eine Leistung von ca. 643 PS aufbrachte. Der Motor wurde mit einem Getriebe vom Typ CD-850-6A kombiniert. Das Gewicht erhöhte sich im Vergleich zur Standardausführung des M48A1 nur geringfügig (von 47,2 auf 47,7 Tonnen).

Auch das Laufwerk wurde mit einigen M60-Elementen aufgerüstet. Wie bereits erwähnt, ersetzte man die 90-mm-M41-Kanone mit der 105 mm M68 (einer lizensierten Version der L7) und rundete das Ganze mit der Feuerleitanlage des M60 ab. Auch wenn das bedeutete, dass sich die Menge der mitgeführten Munition von 60 auf 57 Stück reduzierte, war das Fahrzeug dank der verbesserten Feuerkraft und erhöhten Reichweite dem M48A1 weit überlegen.

Aufgrund des begrenzten Platzes in der Kuppel konnten die Fahrzeuge jedoch nicht mit den fortschrittlichen, für den M60 vorgesehenen Sichtgeräten ausgestattet werden, was die weitere Entwicklung des M48A1 abermals beschränkte. Zusätzlich bereitete die Kanone des M68 Probleme, die jedoch nicht technischer, sondern ökonomischer Natur waren. Die Menge der verfügbaren Munition für 105-mm-Kanonen war zu jener Zeit beschränkt, was wiederum bedeutete, dass die Armee nach der Umrüstung auf die 105-mm-M68 auf riesigen Vorräten von nunmehr nutzloser 90-mm-Munition sitzen geblieben wäre. Das Zusammenspiel dieser Faktoren führte dazu, dass die 105-mm-M68 schließlich aus dem Modernisierungsprogramm des M48A1 gestrichen wurde.

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M48A3 in Kubinka

Zwei der M48A1E1 erhielten ihre 90-mm-M41-Kanonen zurück und wurden mit der Bezeichnung M48A1E2 versehen. Die M48A1E2-Variante wurde mit weiteren Upgrades versehen und schließlich unter der offiziellen Bezeichnung 90mm Gun Full Tracked Combat Tank M48A3 in Dienst gestellt. Die Aufwertung der existierenden M48A1 und M48A2 zum M48A3-Standard begann im Februar 1963, sodass Ende 1964 1019 Panzer an die U.S. Army und das U.S. Marine Corps ausgeliefert werden konnten.

Bis auf den modifizierten Motorblock und das Heck blieb die Panzerung im Vergleich zum M48A1/M48A2 weitgehend unverändert. Als Motor wurde das Modell AVDS-1790-2A mit 643 Pferdestärken eingesetzt. Das CD-850-6A-Getriebe stammte aus dem M48A1. Die Höchstgeschwindigkeit des Panzers betrug 48 km/h.

Die Kanone blieb unverändert die 90 mm M41, wobei die Zahl der mitgeführten Munition auf 62 erhöht wurde. Außerdem wurde der Lauf der Kanone mit einer Nylonbeschichtung versehen, die der Ummantelung einen textilen Look verlieh. Die Feuerleitanlage wurde um folgende Module erweitert:

  • Koinzidenzentfernungsmesser M17B1C
  • Ballistisches Laufwerk M10B1
  • Ballistischer Computer M13B1
  • Teleskoparm M105
  • Richtschützenperiskop M31

Das war die Basiskonfiguration des M48A3, die im Lauf der Zeit mehrmals modifiziert wurde. Ein weiterer Versuch, den M48A3 mit der 105-mm-Kanone M68 aufzurüsten, fand 1965 statt, scheiterte jedoch abermals aus finanziellen Gründen, da der größte Teil des Militärbudgets damals auf den Krieg in Vietnam draufging und es einfach nicht genug Geld für die Finanzierung aller Projekte vorhanden war. Außerdem wurden bereits mehrere M48A3-Einheiten zu ihrem Einsatz nach Südostasien verschifft.

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M48A3 in Vietnam

Dementsprechend fiel auch die nächste Kampfwertsteigerung (an 1967) etwas weniger ambitioniert aus. Der M48A3 erhielt neben mehreren kleineren Veränderungen aus dem Inventar des M60A1, wie Steuerungselementen und einen neuen Motorgrill, auch eine neue Kommandantenkuppel, wobei die bestehende Kuppel erhöht und mit einem Visierring ausgestattet wurde. Die bisherige M1-Kuppel wurde oft für die schlechte Sicht kritisiert und diese Maßnahme brachte immerhin eine geringe Verbesserung. Das so modifizierte Fahrzeug wurde mit der Arbeitsbezeichnung M48A3 (Mod.B) versehen. Das Umwandlungsprogramm des M48A3 wurde 1967 abgeschlossen, nachdem 578 Einheiten von der Firma Bowen-McLaughlin-York umgebaut wurden und die Zahl der modifizierten Fahrzeuge auf insgesamt 1597 erhöhten.

Mit der Zeit fanden die M48A3 auch weitere Abnehmer. Eine ansehnliche Zahl von M48-Panzern unterschiedlicher Varianten wurde an die südvietnamesischen Streitkräfte vergeben oder verkauft. Nach dem Ende des Vietnamkriegs verblieben zwei Dutzend von ihnen im Dienst der vietnamesischen Armee, wurden jedoch schon kurz darauf aufgrund fehlender Ersatzteile ausgemustert.

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M48A3 Mod.B in Vietnam

Einen seiner erfolgreichsten Einsätze feierte der M48 während des Sechstagekriegs und des Jom-Kippur-Kriegs. In jordanischen und israelischen Händen wurden diese Maschinen zu tödlichen Waffen. Leider mussten sie im Verlauf des Jom-Kippur-Kriegs auch zahlreiche Verluste durch Malyutka-Lenkflugkörper aus sowjetischer Produktion hinnehmen, die sowohl von gut versteckten Raketenstellungen, als auch von SPz des Typs BMP-1 abgefeuert wurden. Im Verlauf des Konflikts wurde ein fataler Mangel des Panzers entdeckt - die Neigung zur Brandentwicklung bei frontalen Durchschlägen, die aufgrund leicht entflammbarer Hydraulikflüssigkeit verursacht wurden und vielen Verluste bei den Besatzungen zur Folge hatten. Dieses Problem wurde erst später durch den Einsatz einer weniger entzündbaren Zusammensetzung behoben.

Ein weiteres Problem, dass sowohl von den Israelis, als auch von den Amerikanern in Vietnam entdeckt wurde, war die erhöhte Gefahr durch explodierende Munition bei Turmtreffern. Das Problem wurde durch einen Umbau der Munitionsaufbewahrung reduziert.

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M48A3 in Korea

Sowohl Taiwan, als auch Südkorea nutzten die M48A3-Variante, auch wenn keines dieser Fahrzeuge in aktiven Gefechten eingesetzt wurde.

Der M48 setzte seinen Dienst mehrere Jahrzehnte lang fort und erhielt schließlich in der M48A5-Variante die 105-mm-Kanone und ist in dieser Konfiguration bis heute im Einsatz, die meisten von ihnen in der Türkei und in Südkorea.

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