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In Entwicklung: Merkava Mk.3D Barak Zoher

Kommandanten!

Am Anfang der Merkava-Serie stand vielleicht die erprobte und zuverlässige 105mm-Zugrohrkanone als Hauptbewaffnung. Aber die israelischen Ingenieure denken immer einen Schritt weiter. Und so wurde die Kanone entworfen, um später mit einer noch größeren Kanone versehen zu werden. Dieser Schritt wurde mit dem Merkava Mk.3-Kampfpanzer unternommen.

Das Mk.2-Modell war im Prinzip nur ein teilweises Upgrade des Mk.1 oder besser: "was das Mk.1 hätte sein sollen, wenn die Israelis mehr Zeit und Geld gehabt hätten." Das Mk.3-Modell hingegen war die erste bedeutende Verbesserung des Panzers.

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Merkava Mk.3D

Die Arbeiten an diesem neuen Modell begannen bereits im August des Jahres 1983. In etwa zur selben Zeit, in der das Mk.2-Modell in den Dienst trat. Die Israelis kannten die Nachteile des ursprünglichen Designs und wussten, dass es trotz der Ressourcen, die nach dem erfolgreichen Einsatz des Merkava im Libanesischen Krieg 1982 in das Projekt flossen, eine Weile dauern würde, einen Nachfolger des Mk.2-Modells zu bauen.

Mit Blick auf den Umfang der Verbesserung hat es nicht so lange gedauert. Der erste Prototyp erschien 1986. Der "Umfang der Verbesserung" sollte hervorgehoben werden. Trotz des grob gleichen Aussehens, war der Mk.3 im Vergleich mit dem Mk.2 ein komplett neuer Panzer. Zwar hatte er noch immer einen Frontmotor, vier Besatzungsmitglieder und angewinkelte Panzerung, um maximalen Schutz zu gewährleisten, aber selbst seine Kernkomponenten wurden bedeutend verändert.

Sehen wir uns zunächste die Panzerung an. Denn an ihr wurden einige der größten Änderungen vorgenommen. Die Panzerung der Merkava Mk.1 und Mk.2 Modelle bestand hauptsächlich aus Stahl. Sie würde für das M.2-Modell basierend auf den Erfahrungen aus dem Jahr 1982 verbessert. Es war aber immer noch "nur" Stahl. Für den Mk.3 wurden die Frontpanzerung und der Geschützturm stark verändert und setzten sich aus Verbundpanzerung (eine Beschichtung aus Stahl und anderen, unbekannten Materialien, vermutlich Keramik) zusammen. Der modulare Aufbau erlaubt dabei schnellere Reparaturen.

Der Nachteil der ganzen Verbundpanzerungssache war, dass diese um einiges schwerer war und der Panzer größer als seine Vorgänger ausfiel. Der Geschützturm war 22cm länger und der Panzer an sich war über 40cm länger (Breite und Höhe blieben dabei ungefair gleich).

Die Seiten waren noch immer "nur" aus Stahl aber die Frontpanzerung wurde deutlich verbessert, vor allem gegen HEAT-basierende Gefahren, wie etwa RPGs und Lenkflugkörpern. Diese Panzerung wird manchmal auch "Panzerung der dritten generation" genannt (die erste Generation ist dabei reiner Stahl und die zweite Generation ist Blazer-ERA).

Die Panzerung der dritten generation bestand außerdem aus mehreren Schichten Stahl verschiedenster Härtegrade, die dazu gedacht waren, in Zusammenarbeit so viel Schutz wie möglich zu bieten. Ihr Schutzlevel wurde mit der Chobham-Technologie verglichen, die von den Briten und Amerikanern genutzt wurde. Sie war ziemlich fortgeschritten und spiegelte die Entwicklung der israelischen Militärindustrie von Lizenzproduzenten zu einer echten Supermacht der Militärtechnologie wieder. Es ist eine Erwähnung wert, dass diese neue Panzerung kein ERA-Kit enthielt (ähnlich dem alten Merkava). Nicht, weil dies nicht möglich war (im Prozess wurde ein integriertes ERA in Betracht gezogen), sondern angeblich weil der Vater des Projekts, der israelische General Tal, es nicht besonders mochte und passiven Schutz bevorzugte.

Wie beim Merkava Mk.2, wurde der Seitenschutz durch die Einführung von schweren Seitenschürzen verbessert, die als Schottpanzerung fungierten. Die Unterseite wurde (wie bei den anderen Merkavamodellen) durch zusätzliche Anti-Minen-Platten verstärkt. Diese stellten sich aber als nicht so effektiv heraus, wie die Israelis gehofft hatten. Sie funktionierten gut genug gegen Standardminen aber gegen starke, von Terroristen eingesetzte USBVs (einige beinhalten mehrere hundert Kilogramm Sprengstoff) konnten sie einfach keinen Schutz bieten.

Weitere Mk.3 Schutzmaßnahmen umfassten:

  • Ancoram LWS-2 Laser-Warnsystem (warnt die Besatzung, wenn der Panzer von einem ATGM-Lasermarkierer erfasst wird)
  • IMI Nebelmittelwurfanlagen
  • ABC-Schutzanlage (Kombiniert mit einer Klimaanlage, da Hitze die Leistung einer Besatzung stark beeinträchtigt, egal wie sehr sie an sie gewöhnt sind)
  • Spezieller, individueller Munitionslagerraum mit feuerfesten Behältern (halten jede Art von Munitionsbrand lange genug in Schach, um die Besatzung beim Ausbruch eines Feuers zu evakuieren)
  • Elektrischer Geschützturmantrieb (vermeidet die Nachteile der hydraulischen Variante)

Und dann war da noch das Geschütz.

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Merkava Mk.3

Anstatt der alten 105mm M68 Variante, war der Merkava Mk.3 mit dem M251 120mm L/44 Glattrohrgeschütz der israelischen Militärindustrie ausgestattet. Ihr mögt jetzt denken: Moment, 120mm L/44 Glattrohr, das kommt uns bekannt vor. Das kann tatsächlich sein. Es ist sehr wahrscheinlich eine Variante des Rheinmetall L/44 Glattrohrs mit einem modifizierten Verschluss und Rückstoßsystem, das ein einfaches Ersetzen des M68 erlaubt. Auch, wenn die Israelis das abstreiten.

Das Geschütz wurde in Israel gebaut und offiziell auch dort entwickelt (ab 1983). Wie genau Israel ein 120mm L/44 Glattrohrgeschütz entwickelte und produzierte ist eine gute Frage. Aber zieht man die jahrzehntelange und größtenteils geheime militärische Zusammenarbeit zwischen Israel und Deutschland und den Fakt, dass die Amerikaner für ihren M1A1 Abrams ab 1985 ein ähnliches Geschütz massenproduzierten in Betracht, dann liegt die Antwort vermutlich irgendwo zischen den beiden.

Davon abgesehen hatte das Geschütz die gleichen Eigenschaften wie seine europäischen und amerikanischen Gegenstücke und waren dazu in der Lage, die gleiche standard Nato-120mm-Glattrohrmunition zu verschießen. Das ermöglichte Israel im Notfall die uneingeschränkte Nutzung von Vorräten amerikanischer Munition. Die Rohrschutzhülle, in die das Geschütz eingebettet war, war definitiv ausschließlich israelischer Abstammung, genau wie die Feuerleitanlage.

Der Merkava Mk.3 war mit dem Elbit Abir FKS ausgestattet (auch bekannt als Knight), welches dem Matador 2 des Mk.2 in fast allen Belangen überlegen war. Es bestand aus:

  • Verbesserter Laserentfernungsmesser Neodymium YAG
  • Digitaler ballistischer Computer
  • Windsensor
  • Wärmebildkamera

Der Fakt, dass das Geschütz in zwei Achsen stabilisiert war ist nicht so beeindruckend wie der, dass dies auch für das FKS-Geschützvisier zutraf. Das erlaubte es dem Panzer, während der Fahrt sehr präzise zu schießen. Der Kommandant hatte ein Panoramavisier zur Verfügung, während der Richtschütze sowohl die Tagoptik, als auch die Thermaloptik kontrollierte. Zusätzlich konnte der Kommandant auf die optische Eingabe des Richtschützen zugreifen. Der einzige Nachteil dieses ausgeklügelten Systems war, dass der Knight sehr, sehr kostspielig war, was den Preis jedes Mk.3 im Vergleich zum Mk.2 spürbar ansteigen ließ. (30% des Preises des gesamten Panzers machte das FKS alleine aus).

Das Geschütz wurde manuell geladen aber es gab ein halbautomatisches fünf-schuss "Ready-Rack", das an der Unterseite des Turmes angebracht war und einen verbesserten Lademechanismus (der das Geschütz nach jedem Schuss automatisch ausrichtet). Die Feuerrate bleib also grob die gleiche, obwohl die 120mm Geschosse schwerer waren. Was sich allerdings änderte, war die Rohrsenkung. Die Gestaltung des Trums und seine stärkere Panzerung erlaubten es nicht, die Werte der Vorgänger beizubehalten. Die Rohrsenkung und -hebung reduzierten sich damit von -8,5/+20 Grad auf -7/+20 Grad.

All diese Verbesserungen hatten einen weiteren Preis - die Erhöhung des Gewichts. Überraschenderweise, dank der neuen Technologien, die vor allem bei der Panzerung angewendet wurden, war es nicht all zu viel. Lediglich 2 Tonnen. Der Merkava Mk.3 KPz wog 65 Tonnen. Um das ganze Gewicht zu stemmen, wurde ein weiteres verbessertes Modell des AVDS-1790 Dieselmotors eingeführt: der 1200 PS AVDS-1790-2AR mit dem israelischen Ashot-Getriebe. Mit diesem kräftigen Motor hatte der Panzer ein Leistungsgewicht von unter 19 PS/t und konnte auf 55-60 km/h beschleunigen (verschiedene Quellen liefern unterschiedliche Angaben). Das Fahrwerk wurde weiter verbessert, indem breitere Gleisketten angebracht wurden.

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Merkava Mk.3D

So trat der Merkava Mk.3 nach drei weiteren Jahren Test und Entwicklung im Frühjahr 1989 in Dienst. Die ersten Fahrzeuge gingen an die Barak Brigade. Zum Zeitpunkt des Produktionsendes 2003 wurden vermutlich insgesamt 800 Mk.3 gebaut (Quellen variieren zwischen 650 und über 1000).

Während der Produktion wurde der Merkava Mk.3 weiterhin verbessert. Im Groben bestand die Produktion aus vier Serien. Serie 1 und 2 waren ungefair gleich dem Ursprungsmodell aber Serie 3 hatte verbesserte, passive Dachpanzerung (gleiches Programm wie das des späten Mk.2B), um mit Situationen wie den von Hisbollah-Terroristen verschossenen RPGs oder ATGMs auf verwundbare Geschützturmraketen zurechtzukommen. Manchen Quellen zufolge trotzten die so verstärkten Turmdächer auch von oben angreifenden Lenkflugkörpern.

Beginnend in 1995 (6 Jahre nach Produktionsbeginn) wurde mit der 3. Serie des Merkava Mk.3 ein neues Feuerkontrollsystem eingeführt, das Barak Zoher (Bright Lightning), manchmal auch mit BAZ abgekürzt (Hebräisch für Falke). Die mit diesem FKS ausgestattete Mk.3-Variante wurde Merkava Mk.3 Barak Zoher genannt (oder Merkava Mk.3 BAZ oder nach einigen Quellen Merkava Mk.3B).

Das Barak Zoher FKS war ein verbessertes Elbit Knight und wurde selbst teilweise Knight Mk.3 genannt. Es war für sein Alter extrem ausgeklügelt und enthielt die Jäger-Killer-Option. Der Kommandant hatte ein voll stabilisiertes Panoramavisier, das ihm erlaubte, Ziele unabhängig vom Richtschützen auszuwählen. Der Richtschütze griff dann die vom Kommandanten vorausgewählten Ziele an. Weitere Verbesserungen dieses FKS im Vergleich zum älteren Knight-System beinhalteten:

  • Automatische Zielerfassung und Bewegungsberechnung
  • Eine weitere Version des verbesserten Laserabstandsmessers
  • Verbesserte Wärmebildkamera für den Kommandanten und den Ladeschützen
  • Verbesserungen der Bedienoberfläche, um den Einsatz deutlich zu vereinfachen.

Der letzte Punkt war besonders wichtig, da er die für den Betrieb benötigte Übungszeit reduizierte. Das öffnete die Position des Richtschützen wieder für Kandidaten, die Probleme mit dem älteren und komplexen Knight-System hatten. Und nicht nur das. Die Reaktionszeit wurde so sehr verbessert, dass das Angreifen von fliegenden Helikoptern mit Standardgeschossen (HEAT eingeschlossen) aus dem Hauptgeschütz ermöglicht wurde.

Die Fähigkeit, kanonenlancierte Lenkflugkörper zu verschießen, wurde ebenfalls vom FKS ermöglicht. Diese waren im Grunde die 105mm Geschützraketen, die für den Gebrauch in einem 120mm Geschütz angepasst waren. Das verleiht dem Merkava Mk.3 auch auf große Distanzen enorme Schlagkraft. Endlich wurde auch ein neues programmierbares Geschoss, Kalanit genannt, für den Merkava entwickelt. Durch Nutzung seiner sechs Sub-Muitionsarten konnte es im Standard-HE oder im Luftdetonations-Modus eingesetzt werden. Das verbesserte die Wirkungskraft gegen weiche Ziele und ersetzte die HE- und HEAT-Geschosse in ihren jeweiligen Rollen.

Und so kommen wir zur finalen, großen Verbesserung des Merkava Mk.3: der Mk.3 Dor Dalet.

Dor Dalet steht für "vierte Generation", wobei die ersten drei Generationen Stahl, Blazer ERA und die Verbundpanzerung des Mk.3 waren.

Beginnend in den späten 1990ern wurden einige Dienstpanzer (die meisten oder beinahe alle, abhängig davon, welcher Quelle man glaubt), sowie beinahe allen neu hergestellten (Serie 4) Mk.3 Barak Zoher Panzer mit einer neuen Generation von Verbundplatten verbessert. Dies erhöhte ihre jeweiligen Schutzwerte noch weiter. Erwähnenswert ist, dass diese Platten denen ähnelten, die für den Merkava Mk.2D verwendet wurden. Die Zusammensetzung war jedoch eine andere.

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Merkava Mk.3D

Dem Schutz der verwundbarsten Bereiche, wie dem Dach des Geschützturms, den Seiten des Fahrzeugs und dem Ring des Geschützturms, wurde besondere Aufmerksamkeit zuteil. Das Fahrzeug wurde außerdem mit schwereren Laufrollen ausgestattet. Diese wurden aus Panzerstahl hergestellt und waren als Schottpanzerung gedacht. Der Motor wurde ebenfalls aufgewertet, um die Zuverlässigkeit zu verbessern und mit dem zusätzlichen Gewicht (auf weitere ca. 5 Tonnen geschätzt) zurechtzukommen.

Der Merkava Mk.3 bleibt als zahlreich angesetztes Merkava-Modell das Zugpferd der IDF Panzerkärfte, auch wenn er langsam durch den Merkava Mk.4 ersetzt wird. Er wurde nie im aktiven Kampf gegen Panzer eingesetzt, hat aber viel Dienstzeit gegen Hisbollah-Aufständische geleistet. Die Aktionen fanden üblicherweise in städtischen Umgebungen statt und sorgte für verschiedene Verbesserungen an Ort und Stelle. So wurden etwa mehrere Netze über verwundbare Bereiche des Panzers gelegt und externe Lagerkörbe entfernt (der Inhalt find bei einem Molotov-Treffer oft Feuer).

Bei Armored Warfare wird der Merkava Mk.3D als Kampfpanzer der israelischen Fortschrittslinie auf Tier 8 angesetzt.

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Merkava Mk.3D

Bezüglich der Spielweise wird er den Weg seines Tier 6 Vorgängers als Mischung zwischen dem "Frontlinienkämpfer" Mk.1-Ansatz und dem "Sniper" Magach-Ansatz fortsetzen. Seine Panzerung wird nicht die dickste seines Tiers sein aber er wird die meisten Trefferpunkte im Vergleich zu allen anderen Tier 8 KPzs haben. Das Basismodell wird der Mk.3 Barak Zoher sein und zwei Verteidigungsverbesserungen bieten:

  • Das Dor Dalet Panzerungspaket
  • Aktives Schutzsystem

Was die Mobilität angeht, wird er wie sein echtes Gegenstück sein. Dem Mk.2 überlegen und in der Feuerkraft wird er strahlen. Der Mk.3 wird einen hohen Wert im Schaden pro Minute, eine solide Durchschlagskraft, ein Ready-Rack und die Fähigkeit LAHAT-Lenkflugkörper abzufeuern haben.

Wir hoffen, dass euch dieses Fahrzeug gefällt und sehen uns auf dem Schlachtfeld!

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