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In Entwicklung: T-80U

Der Kampfpanzer T-80U war das beste serienmäßig produzierte Modell der T-80-Serie. Er ersetzte im Dezember 1984 die Produktion des T-80B im Werk Leningrad (St. Petersburg).

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T-80U

Das Problem mit dem T-80B-Modell bestand darin, dass er als Reaktion der sowjetischen Panzerindustrie auf die modernen westlichen Modelle entwickelt wurde. Mit dem T-80U sollte die Vormachtstellung des sowjetischen Panzerbaus auf dem modernen Schlachtfeld wiederhergestellt werden.

Das "U" in der Bezeichnung T-80U steht für "uluchshennyj" (verbessert). Und das trifft es genau - es handelte sich um eine schwer verbesserte Version des T-80, die in den Kirow-Werken zu Leningrad produziert wurde. Neben anderen Aspekten des T-80 wurde insbesondere der Schutz des Fahrzeugs aufgewertet und zwar in einem Ausmaß, das dazu verleitet, diese Upgrades als wichtigsten Daseinsgrund des Modells zu betrachten.

Die Entwicklung des T-80U begann in den frühen 1980er-Jahren unter der Leitung von N. Popow und der erste, 1983 gebaute Prototyp basierte auf dem Fahrgestell des T-80B. Im Gegensatz zu den meisten, eher kostengünstig ausgelegten Varianten, war der T-80U ein Projekt vom Typ "scheut keine Kosten", was in dem wohl mächtigsten KPz seiner Zeit gipfelte.

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T-80U

Im Vergleich zum T-80B wurde der Schutz bedeutend verbessert. Die frontale Wannenpanzerung der ersten T-80U besaß dieselbe Komposition, wie die des T-80B:

  • ERA-Set
  • 50 mm Stahl
  • 35 mm Textolit
  • 50 mm Stahl
  • 35 mm Textolit
  • 50 mm Stahl

Diese Zusammensetzung wurde kurz darauf geändert, indem man die mittlere 50-mm-Platte durch eine 30-mm-Platte mit einem 20 mm starken Zwischenraum ersetzte. Die frontale Wannenpanzerung wurde 1989 nochmals geändert, indem man die Komposition um Keramikeinlagen erweiterte:

  • ERA-Set
  • 55 mm Stahl
  • 35 mm Keramik
  • 35 mm Stahl mit 5 mm Zwischenraum
  • 35 mm Keramik
  • 50 mm Stahl

Diese Zusammensetzung wurde auch bei späteren T-80-Versionen übernommen, darunter den in Charkiw produzierten Modellen. Die Turmpanzerung wurde im Vergleich zum Turm des T-80B weiter verbessert, der dem Turm des T-64B ähnelte und über Keramikeinlagen verfügte. Die Einlagen des T-80U-Turms sind wesentlich dicker, bestehen aus zwei 80-mm-Polymerschichten, die mit einer relativ dicken Legierungsschicht bedeckt sind und durch 40 mm breite Zwischenräume vom Stahlkorpus des Turms getrennt sind.

Wanne und Turm waren durch die explosive Reaktivpanzerung Kontakt-5 geschützt, die 50 Prozent der Wannen- und Turmfront, der Seiten und des Dachs bedecken. Dieses ERA-Paket ist seit 1985 im Gebrauch und wird bis heute verwendet (wenn auch in veränderter Form), darunter beim T-72B3 und beim T-90A. Das ERA-Set bietet nicht nur verbesserten Schutz gegen HEAT-Geschosse, sondern auch gegen kinetische Geschosse. Manchen Quellen zufolge erhöht das Set den ursprünglichen Schutzwert des Fahrzeugs gegen HEAT-Geschosse um 80 bis 100 Prozent und den Schutz gegen kinetische Geschosse um ca. 20 Prozent. Das System ist außerdem sehr widerstandsfähig - Geschosse und Granaten bis zu 30 mm, HE-Geschosse und Napalmgeschosse lösen keine Explosionen der Kontakt-5-Panele aus.

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T-80U angehörig zur 4. unabhängigen "Kantemirovskaya" Panzer-Brigade

Russischen Quellen zufolge war das Fahrzeug aufgrund dieser Verbesserungen frontal gegen sämtliche westlichen Munitionsarten seiner Zeit gewappnet, mit einem RHAe-Wert der Frontalpanzerung von 620 mm gegen kinetische Geschosse und 1100 mm gegen HEAT-Geschosse an den dicksten Stellen. Das Fahrzeug war auch durch die Nebelmittelwurfanlage 902B Tucha geschützt.

Die aufgelisteten Änderungen wirkten sich auf das Gewicht des Fahrzeugs aus, das sich beim T-80U auf 46 Tonnen summierte und damit 1,5 Tonnen mehr betrug, als beim Vorgänger T-80BV.

Auch die Feuerkraft wurde verbessert. Im Vergleich zum T-80B, wurde der T-80U mit einer verbesserten Kanone ausgestattet - der 125 mm 2A46M-1 Glattrohrkanone (mit der im Jahr 1982 übrigens auch der T-80B ausgerüstet wurde). Die Kapazität der mitgeführten Munition erhöhte sich von 38 auf 45. Das Fahrzeug wurde außerdem mit einer dem kanonenlancierten Lenkflugkörpersystem Refleks ausgestattet. Seine 9M119-Raketen waren in der Lage, jeden westlichen Panzer auf 100 bis 5000 Meter Entfernung mit einer Trefferwahrscheinlichkeit von 80 Prozent anzugreifen.

Desweiteren erhielt das Fahrzeug die moderne Feuerleitanlage 1A45 Irtysh mit folgenden Komponenten:

  • Laserabstandsmesser 1G46
  • Ballistischer Computer
  • Geschützstabilisierung 2E42
  • Tagoptik TPN-4S
  • Aktiv-passive Nachtoptik TPN-4 Buran-PA

Auch der Motor wurde aufgewertet und bestand beim T-80U aus einem Turbinenmotor des Typs GTD-1000TF, dessen Leistung von 1000 auf 1100 PS erhöht wurde (derselbe Motor wurde in späteren T-80B-Varianten installiert). Genau darin aber bestand das Problem. Der Motor war zwar kräftig, gleichzeitig aber auch extrem teuer. Manchen Quellen zufolge war der Preis des Turbinenmotors zehn mal so hoch, wie der eines V-46-Dieselmotors, von den Wartungs- und Treibstoffkosten ganz abgesehen (die Turbine galt als "Treibstoffhungrig"). Die Leistung hatte ihren Preis, was angesichts des Niedergangs der Sowjetunion in den späten 1980er Jahren zusehends zum Problem wurde.

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T-80U angehörig zur 4. unabhängigen "Kantemirovskaya" Panzer-Brigade

Die ersten zwei Dutzend vorseriellen T-80U wurden Ende 1983 gebaut und die ersten Serienmodelle verließen die Fabrikhallen ab 1985.

Während der gesamten Produktionszeit hatte das Fahrzeug mit hohen Herstellungskosten zu kämpfen, die neben dem Motor durch die moderne Technologie verursacht wurden.

Es wurden mehrere Versuche unternommen, um die Motorkosten zu senken, indem man den T-80U mit einem Dieselmotor ausstattete. Die vielleicht bekannteste dieser Varianten ist der T80-UD aus Charkiw, der anstelle der Turbine mit einem vor Ort entwickelten 1000-PS-Dieselmotor ausgestattet wurde. Ein ähnliches Programm startete auch in dem Omsker Werk, wobei der ukrainische T-80UD erfolgreicher war und eine eigene Entwicklungslinie des T-80 initiierte. Die ukrainischen T-80-Varianten führten schließlich zur Entwicklung des KPz BM Oplot und wir werden uns diesem Thema in einem gesonderten Artikel widmen.

Im sowjetischen Dienst wurde das Fahrzeug in den späten 1980er Jahren mit einen neuen 1250-PS-Motor vom Typ GTD-1250 ausgerüstet. Die Produktion des T-80U lief von 1984 bis 1997, wobei die meisten Fahrzeuge der Post-Sowjetära in der Ukraine gebaut wurden. Realistische Schätzungen beziffern die Anzahl der gebauten T-80 auf ca. 3000, doch diese Zahl schwant je nach Quelle und die offiziellen Angaben unterliegen immer noch de Geheimhaltung.

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T-80U

In Russland sind bis heute ca. 500 T-80 unterschiedlicher Varianten im Einsatz, mit weiteren 2000 bis 3000 T-80 in Reserve. Wie viele dieser Fahrzeuge T-80U im eigentlichen Sinne sind, ist nicht bekannt. Der T-80 sollte offiziell bis 2015 ausgemustert werden, was jedoch aufgrund von finanziellen Engpässen und der Entwicklung neuer KPz auf unbekannte Zeit aufgeschoben worden ist.

Die Ukraine als einer von beiden Herstellerstaaten des T-80 behielt eine Reihe der Panzer, deren genaue Zahl und Zustand allerdings nicht bekannt sind - man geht davon aus, dass die meisten T-80U in ukrainischem Besitz kaum einsatzfähig sind und nur zu Reservezwecken dienen. Weitere ehemalige Sowjetrepubliken können in den Besitz des Panzers gekommen sein, darunter Usbekistan, Weißrussland und Armenien.

Das Fahrzeug wurde mit moderatem Erfolg auch ins Ausland verkauft. Im Gegensatz zum T-80 und T-80B war der T-80U auch für den Export freigegeben. Zypern kaufte einige Einheiten und drei Dutzend gingen an Korea - als Schuldentilgung. Neben diesen belegten Fällen ist die Exportgeschichte etwas nebulös. Es gibt Berichte, wonach der T-80 in den 1990er und frühen 2000er Jahren nach Angola, in den Jemen und an Ägypten verkauft wurde, allerdings gibt es dafür keine offizielle Bestätigung. Das größte Exportgeschäft betraf die ukrainische T-80UD-Version mit Dieselmotor, von der zwischen 1997 und 2002 mehr als 300 an Pakistan verkauft wurden.

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T-80U

Ungeachtet ihrer Verbreitung wurden die T-80U zu keinem Zeitpunkt bei Gefechten eingesetzt.

Bei Armored Warfare wird der T-80U im Rahmen des Balanceupgrades 2.0 als Kampfpanzer auf Tier 7 vorgestellt und eine Fortsetzung der T-80-Linie darstellen. Er wird deren modernster Vertreter im Spiel sein und neben anderer fortschrittlicher Technologie über ein exzellentes ERA-Set verfügen. Weitere Einzelheiten findet ihr in unserem Artikel zu Änderungen beim Fortschritt im Balanceupgrade 2.0.

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