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In Entwicklung: Vickers Mk.7/2

In der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs produzierte die Firma Vickers eine Reihe interessanter und einflussreicher Panzer, wie den Vickers 6-ton und den Valentine. Die Trends im Panzerbau änderten sich jedoch mit dem Ende des Krieges und Vickers musste sein Angebot anpassen, um am Ball zu bleiben. Daraufhin entwickelte man die Vickers-MBT -Serie.

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Vickers Mk.7/2

So manch ein Spieler von Armored Warfare ist mit einem anderen Vickers-Produkt vertraut, dem in den 1980er-Jahren für den Export entwickelten VFM5 Light Tank, der ein zwar solides, letztendlich aber erfolgloses Modell gewesen ist. In vielerlei Hinsicht teilte auch der Vickers Mk.7 dieses Schicksal – ein Prototyp, der als Ersatz für den Kampfpanzer Challenger 1 entwickelt wurde, schaffte es nicht zur Serienreife. Doch anders als beim VFM5 reichen die Wurzeln des Vickers Mk.7 weit tiefer.

Die Idee hinter der Vickers-MBT-Serie war, eine erschwingliche Alternative zu den in den frühen 1960er-Jahren zum Export angebotenen KPz anzubieten - ohne wenn und aber. Das erste Modell der Vickers-MBT-Serie nannte sich Vickers MBT Mk.1. Es ähnelte den früheren 20pdr-Centurion-Varianten, auch wenn zu diesem Zeitpunkt klar war, dass die 84-mm-Kanone nicht länger ausreichte. In den späten 1960er-Jahren wurde eine Variante dieses Panzers mit 105-mm-L7-Kanone an Indien verkauft, wo sie anschließend unter dem Namen Vijayanta auf Lizenz produziert wurde (ca. 2000 gebaute Einheiten). Weitere 70 wurden in den frühen 1970er-Jahren an Kuwait verkauft.

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Vijayanta MBT

Das zweite erfolgreiche Modell der Vickers-MBT-Serie war der Vickers MBT Mk.3. Dabei handelte es sich um verbesserte Version des Mk.1 mit einem neuen Dieselmotor, neuem Visier und einer neuen Feuerleitanlage, die seit 1978 produziert wurde. Davon verkaufte man in den frühen 1980er-Jahren ca. 200 Fahrzeuge an Nigeria und Kenia, woraufhin sich das Glück für die Firma jedoch wendete und man keine weiteren Abnehmer fand.

Als Antwort auf diesen Engpass begann man bei Vickers mit der Entwicklung eines weiteren, für den Export gedachten Kampfpanzers. Das Fahrzeug sollte fortschrittlich genug sein, um mit den zeitgenössischen KPz mitzuhalten, aber auch erschwinglich. Ähnlich wie im Fall des VFM5 Light Tank bestand die Zielgruppe hauptsächlich aus Ländern der Dritten Welt, die sich den Einsatz eines modernen westlichen KPz nicht leisten konnten, aber aus welchen Gründen auch immer nicht gewillt waren, auf sowjetische Ausrüstung zurückzugreifen.

In der Mitte der 1970er-Jahre entwickelten die Briten eine neue Art von Verbundpanzerung - die Chobham-Panzerung, die nach dem Ort ihres Entstehens benannt wurde. Bei Vickers wollte man eine sehr leichte Aluminiumwanne bauen, die mit der Chobham-Panzerung kompatibel sein sollte.

Darauf montierte man einen neuen, relativ großen Stahlturm mit dem eher fantasielosen Namen Universal Turret, der ebenfalls optional mit Chobham-Panzerung aufgewertet werden konnte. Der Turm war wesentlich besser geschützt, als die Wanne.

Die Chobham-Panzerung war nicht die ausschlaggebende Charakteristik des Fahrzeugs, sondern eine optionale Sonderausstattung, die bei der Vermarktung keine Rolle gespielt hat. Der Panzer bekam die Bezeichnung Vickers Mk.4 Valiant.

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Vickers Mk.4 Valiant MBT, Quelle - Military-today.com

Das größte Problem bestand darin, dass der Universal Turret für die Wanne zu schwer war und sich der Schwerpunkt des Fahrzeugs dadurch versetzte, was trotz des kräftigen 915 PS Rolls Royce CV12 TCA Motors zu fragwürdiger Mobilität führte. Das Kampfgewicht des Fahrzeugs lag (je nach Konfiguration) zwischen 43 und 46 Tonnen.

Auf dem Papier war der Valiant mit einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 62 km/h durchaus schnell, doch der allgemeine Schutz war selbst mit angebrachter Chobham-Panzerung dem des Challenger 1 unterlegen.Die Taktik hinter diesem Design setzte auf eine Hulldown-Position des Panzers im Gefecht und seine Schnelligkeit.

Der Universal Turret war modular ausgelegt und konnte unterschiedliche Waffentypen mitführen:

  • 105 mm L7-Zugrohrkanone (genannt TLK 7A1)
  • 120 mm L11A5-Zugrohrkanone (das Chieftain-Geschütz)
  • 120 mm L/44 Rheinmetall-Glattrohrkanone
  • GIAT 120 mm CN-120 F1-Glattrohrkanone

Der Valiant sollte eine Feuerleitanlage vom Typ Marconi Centaur verwenden. Es wurden offenbar zwei Prototypen mit jeweils einer anderen Konfiguration gebaut, worüber im Einzelnen jedoch nur wenig bekannt ist. Der erste Prototyp muss 1979 entstanden sein und war für die Massenproduktion ab 1982 vorgesehen. Man bot es im Verlauf der 1980er-Jahre mehrmals den potenziellen Abnehmern in Afrika zum Kauf an, jedoch ohne Erfolg.

Dessen ungeachtet setzte man die Entwicklung bei Vickers fort und nahm sich dieses Mal vor, den Challenger 1 im Dienst der britischen Armee zu ersetzen. Die Aluminiumwanne des Valiant galt als problematisch und sollte ersetzt werden und auch eine modernisierte Version des Universal Turret musste her.

Der aufgewertete Turm wurde in den frühen 1980er-Jahren entwickelt und ergab in Kombination mit der Wanne des Mk.4 Valiant ein Modell namens Vickers Mk.7.

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Vickers Mk.7

Doch die Valiant-Wanne war von unbefriedigender Qualität und man benötigte etwas, was weit besser geschützt sein würde. Am Ende entschied man sich bei Vickers für eine modifizierte Leopard-2-Wanne mit Chobham-Panzerung. Man kombinierte sie mit dem Mk.7 Universal Turret samt 120 mm L11A5 Zugrohrkanone und nannte dieses Hybridmodell Vickers Mk.7/2.

Der Mk.7/2 hatte weit mehr Power als der ältere Mk.4. Für den Export wurde er mit unterschiedlicher Bewaffnung angeboten (120 mm GIAT und Rheinmetall Glattrohrkanonen – die 105-mm-Option wurde formal fallengelassen, auch wenn sie auf ausdrücklichen Kundenwunsch montiert werden konnte), war jedoch keinesfalls ein billiges Fahrzeug. Die Marconi Centaur Feuerleitanlage gehörte zu den modernsten auf dem Markt, ebenso wie das Visier und das Thermalsichtgerät.

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Vickers Mk.7/2

Der 54,6-Tonnen-Panzer wurde von einem deutschen 1500 PS 47,6 Liter MTU MB 873 Ka-501 Motor aus dem Leopard 2A4 angetrieben, der ihn auf stolze 72 km/h brachte. Ein einziger Prototyp wurde 1985 gebaut, hatte jedoch weder bei den Briten Erfolg, noch konnte er aufgrund seines hohen Preises Interesse bei ausländischen Käufern wecken. Bei Vickers nutzte man die bei seiner Entwicklung gewonnenen Erkenntnisse beim Bau des Kampfpanzers Challenger 2, des letzten im Vereinten Königreich entworfenen und gebautenKampfpanzers.

Bei Armored Warfare wird der Vickers Mk.7/2 ein Premium-Tier-8-Kampfpanzer sein. Dazu werden wir in Zukunft weitere Einzelheiten mitteilen.

Wir hoffen, dass euch dieses Fahrzeug gefallen wird und sehen uns auf dem Schlachtfeld!

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