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Fahrzeuge im Fokus: Centauro 155

Ähnlich wie beim Palmaria, handelt es sich auch beim Centauro 155 um eine italienische Selbstfahrlafette, während aber der Palmaria über Ketten und ein langes Geschütz verfügt, setzt der Centauro statt auf Feuerkraft auf Mobilität, die er dank der schnellen und wendigen Centauro-Plattform erreicht.

Die Geschichte des Centauro-Programms begann in den späten 80er und frühen 90er-Jahren, als das italienische Militär einen Jagdpanzer orderte, der sich in Sachen Feuerkraft mit dem Kampfpanzer Leopard 1 (und dessen italienischen Ableger, dem OF-40) messen konnte. Beide Fahrzeuge sind mit modernen Versionen der britischen Royal Ordnance 105-mm-Zugrohrkanone L7 ausgerüstet gewesen, woraufhin dieses Kaliber auch für das neue Jagdpanzerprojekt gewählt wurde.

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Eine weitere wichtige Anforderung war erhöhte Mobilität für die gesamte Plattform. Experimente und Berechnungen führten dazu, dass man sich für die Produktion eines Radpanzers mit einer 105-mm-Zugrohrkanone entschied (einer 105-mm-OTO-Melara mit geringem Rückstoß). Das Fahrzeug ging schließlich 1991 unter der Bezeichnung B1 Centauro in Produktion, seitdem wurden über 500 auf der Centauro-Plattform basierende Fahrzeuge gebaut (einschließlich des SPz Freccia). Die meisten von ihnen sind beim italienischen Militär im Einsatz, einige wurden nach Spanien (84), Jordanien (141) und in den Oman (9) verkauft. Die jordanischen Centauro stammen aus italienischen Überschüssen.

Bei Armored Warfare sind momentan vier Centauro-Varianten erhältlich:

  • Centauro 105 (also der klassische B1 Centauro)
  • Centauro 120 (B1 Centauro mit 120-mm-Kanone)
  • Centauro 155 (eine Selbstfahrlafette auf Centauro-Fahrgestell)
  • DRACO (im richtigen Leben eine selbstfahrende Flugabwehrkanone, ein Jagdpanzer in Armored Warfare)

Der Centauro 155 (auch "Stachelschwein" oder Centauro 155/39LW genannt) ist der Prototyp einer selbstfahrenden Haubitze auf Basis des Centauro-Fahrgestells. Wie der Name bereits andeutet, ist das Modell mit der leichten 155-mm-L/39-Kanone FH-70 ausgerüstet, die in den 1960er- und 1970er-Jahren gemeinsam von Vickers, OTO Melara und Rheinmetall als zukünftige Haubitze der NATO-Streitkräfte entwickelt wurde. Die Entwicklung der Waffe dauerte mehr als fünfzehn Jahre und führte zu einem Zerwürfnis mit den Vereinigten Staaten, die ursprünglich an dem Programm beteiligt waren, die Zusammenarbeit aufgrund von Unstimmigkeiten jedoch abbrachen und ihre eigenen Wege gingen. Die FH-70 (so genannt nach dem Jahr, in dem sie in den Dienst gestellt werden sollte) wurde schließlich 1980 in den Dienst gestellt.

Die Kanone wird automatisch geladen und ist in einem unbemannten Turm untergebracht. Der Höhenrichtbereich beträgt -5 bis +75 Grad und die Waffe ist dank der modernen Feuerleitanlage in der Lage, simultan 4 Geschosse abzufeuern, die gleichzeitig im Ziel einschlagen. Die standardmäßige Feuerrate beträgt 8 Schuss pro Minute und das Geschütz kann unterschiedliche 155-mm-NATO-Standardgeschosse mit einem Gewicht zwischen 40 und 50 kg abfeuern, darunter Lenkflugkörper vom Typ VULCANO.

Die Höchstreichweite beträgt circa 30 Kilometer, kann jedoch mithilfe von raketengestützter Munition auf bis zu 60 Kilometer erweitert werden. Verglichen mit größeren Selbstfahrlafetten, die mit demselben Kaliber ausgestattet sind, stößt dieses System unweigerlich an seine Grenzen. Im Einsatz benötigt das Fahrzeug drei Minuten, um nach einem vollständigen Halt schussbereit zu sein und die Turmschwenkung ist auf 15 Grad zu jeder Seite begrenzt, um zu vermeiden, dass der Rückstoss zu unverhältnismäßig starkem Stabilitätsverlust führt. Außerdem führt das Fahrzeug nur 15 Geschosse mit sich und ist deshalb abhängig von mitfahrenden Munitiontransportern. Das System wurde willentlich so gestaltet und so konzipiert, dass das Nachladen der automatischen Munitionszufuhr relativ leicht vonstatten geht – eine gut geschulte Crew benötigt mit Unterstützung der Transporterbesatzung 10 Minuten, um das Fahrzeug von Außen nachzuladen. Aufgrund der Tatsache, dass der Centauro 155 über einen unbemannten Turm verfügt, besteht seine Besatzung nur aus Fahrer und Kommandant. Der Fahrer sitzt vorn, während sich der Platz des Kommandanten direkt unter dem Turm neben der Munitionszufuhr befindet. Beiden Besatzungsmitgliedern steht modernste Technik zur Verfügung (darunter die Möglichkeit zur Verknüpfung mit einem Schlachtfeldkontrollsystem), dank der das Warzenschwein bestens für den modernen Kampfeinsatz des 21. Jahrhunderts gewappnet ist.

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Das Fahrzeug wiegt insgesamt 25 Tonnen (also viel weniger als andere Selbstfahrlafetten mit vergleichbarer Bewaffnung) und ist dadurch sehr mobil. Der Antrieb besteht aus einem 520 PS starken IVECO Dieselmotor, der das Fahrzeug auf bis zu 100 km/h beschleunigt, wodurch es leicht mit den SPz von Centauro/Freccia mithalten kann (der B1 Centauro wiegt nur 1 Tonne weniger). Dank seines Doppelachsen-Lenksystems ist er außerdem überaus agil und manövrierfähig.

Die Panzerung indes ist nicht sehr dick und dementsprechend fällt der Schutz nur rudimentär aus, denn schließlich war das Fahrzeug nicht für den direkten Kampfeinsatz vorgesehen. Der unbemannte Turm ist praktisch gänzlich ungeschützt und die Wanne bietet nur begrenzten Schutz gegen panzerbrechendes Gewehrfeuer und frontale Maschinenkanonentreffer kleinerer Kaliber.

Ein Vorführmodell des Centauro 155 wurde im Juni 2011 während einer Militärparade in Italien präsentiert und der Prototyp im Zuge der Rüstungsmesse EUROSATORY 2012 vorgestellt, um es der italienischen Armee als mobiles Gegengewicht zur schweren Panzerhaubitze 2000 schmackhaft zu machen, die ebenfalls von der italienischen Armee genutzt wird. Das Modell erregte durchaus Aufsehen, allerdings reichte das nicht aus, um das Interesse der Armee zu wecken, sodass die Entwicklung beim Prototypen endete.

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Bei Armored Warfareist der Centauro 155 die einzige Tier-10-Selbstfahrlafette im Spiel. Sie ist, verglichen mit anderen Fahrzeugen ihrer Klasse, besonders auf befestigtem Untergrund sehr manövrierfähig, kann dadurch extrem schnell ihre Position ändern und stets die besten Stellungen einnehmen. Und sie ist in der Lage, einzelne gegnerische Fahrzeuge abzuhängen, sollten sie euren Teamkameraden durch die Fadenkreuze schlüpfen.

Die Entwicklungsgeschichte des Modells ist durchaus interessant. In der Anfangszeit von Armored Warfare startete das Fahrzeug als Jagdpanzer und gelangte daraufhin wegen seines massiven Schadens pro Minute zu zweifelhaften Ruhm, weil es selbst höherrangige Ziele mit einem einzigen Schuss erledigen konnte. Nach mehreren Ausbalancierungsversuchen wurde es aus dem Spiel genommen und zu einer Tier-10-Selbstfahrlafette überarbeitet, um seiner Rolle im realen Einsatz gerechter zu werden.

Als SFL ist der Centauro 155 momentan auf den PvE-Modus beschränkt. Aktuell führen wir allerdings einige interne Experimente mit der SFL-Klasse durch, um herauszufinden, ob wir sie in einer weitgehend überarbeiteten Form in alle Modi von Armored Warfare zurückbringen könnten. Es ist allerdings zu früh, um diesbezüglich konkrete Ansagen zu machen, weshalb der Centauro 155 bis auf Weiteres auf den PvE-Modus beschränkt bleiben wird.

Wir sehen uns auf dem Schlachtfeld!

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