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Fahrzeuge im Fokus: Leopard 2

Nach der Entwicklung der Leopard-2-Prototypen und ausgiebigen Testreihen unter Beteiligung des Leopard 2AV in den USA wurde im September 1977 die Massenproduktion des Leopard 2 als des zukünftigen Kampfpanzers der Bundeswehr von den zuständigen Stellen abgesegnet. Was als Ersatz für den veralteten M48 Patton im deutschen Dienst begann, wurde zu einem der erfolgreichsten jemals gebauten Kampfpanzer.

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Erste Modelle wurden bereits 1978 zu Testzwecken an die Bundeswehr geliefert, also vor fast vierzig Jahren. Ihren ersten einsatzfähigen Leopard 2 erhielt die Bundeswehr offiziell am 25. Oktober 1979.

Der Leopard 2 auf Tier 7 von Armored Warfare umfasst die ursprünglichen Varianten des Panzers bis hin zum Leopard 2A4, der ersten bedeutenden Kampfwertsteigerung des Leopard 2. Der ursprüngliche Produktionsauftrag aus dem Jahr 1977 umfasste 1800 Fahrzeuge und bestand aus acht Baulosen (Produktionsserien).

Die erste Produktionsserie (Los 1 - 1980 bis März 1982) bestand aus 380 Leopard 2, die teils von Krauss-Maffei (209), teils von Maschinenbau Kiel (181) produziert wurden, letztere ein Unternehmen der Krupp-Gruppe. Die ersten sechs Fahrzeuge dieser Partie wurden 1979 an die Panzertruppenschule in Munster geliefert, 100 weitere in 1980, 220 in 1981 und die übrigen im März 1982, wo sie die M48A2G-Panzer im aktiven Dienst ersetzten.

Die Fahrzeuge dieser ersten Baureihe werden üblicherweise Leopard 2 genannt, seltener auch Leopard 2A0. In diesem Artikel wird die zweite Bezeichnung verwendet, um Verwechslungen mit anderen Leopard-2-Varianten zu vermeiden.

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Der Leopard 2A0 war sehr gut gepanzert. Er verwendete zwar keine reaktive Panzerung, wurde jedoch zum größten Teil von einem fortschrittlichen System aus mehrschichtigen Schottpanzerungsplatten geschützt, die den Turm und die Wanne bedeckten. Die Seiten wurden durch dick gepanzerte Schürzen gesichert, die besonders an den anfälligen Frontalwinkeln zusätzlichen Schutz boten. Konkrete Angaben zur Effektivität und Zusammensetzung unterstehen immer noch der Geheimhaltung. Der Schutz wurde durch acht 76-mm-Nebelmittelwurfanlagen erhöht, die in zwei Vierergruppen am Turm angebracht waren.

Das Kampfgewicht des Fahrzeugs hielt sich mit 55 Tonnen indes in Grenzen. Die Besatzung bestand aus vier Mann (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer). Das drehstabgefederte Laufwerk besaß sieben Laufrollenpaare und zwei Rücklaufrollen. Die Gleisketten wurden traditionell von Diehl gestellt, in diesem Fall das Modell Diehl 570F. Das Fahrzeug wurde von einem 47,6-Liter-Turbodieselmotor des Typs MTU MB 873 Ka-501 mit hydrokinetischem HSWL-354-Getriebe angetrieben, was ihm ein respektables Leistungsgewicht von 27,27 PS/t verlieh und auf bis zu 68 km/h beschleunigte (31 km/h im Rückwärtslauf). Der Verbrauch auf Straßen lag bei 300 Litern pro 100 km, im Gelände bei 500 Litern pro 100 km.

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Die Hauptbewaffnung des Leopard 2A0 bestand aus der exzellenten L/44-Glattrohrkanone von Rheinmetall, die von der hydraulische Waffennachführanlage WNA-H22 bewegt wurde. Die Kanone war voll stabilisiert und mit einer Feuerleitanlage des Typs EMES15/FLT-2 ausgerüstet. Zum Einsatz kamen zwei Arten von Munition – APFSDS-T-Projektile (DM33) und Multifunktions-HEAT-Projektile (DM12 MZ), beide von Rheinmetall. Das Fahrzeug führte 42 Patronen mit sich (15 davon im Turmheck). Um die Nachtkampffähigkeiten des Fahrzeugs zu verbessern, wurden die ersten 200 Einheiten des ersten Bauloses mit dem passiven Ziel- und Beobachtungsgerät PZB 200 als Restlichtverstärker ausgestattet, das als Zwischenlösung bis zur Entwicklung modernerer Nachtzielgeräte genutzt werden sollte.

Die Fahrzeuge des ersten Bauloses erkennt man an dem Querwindsensor auf dem Turmdach, der in späteren Versionen entfernt wurde.

Die zweite Produktionsserie (Los 2 - März 1982 bis November 1983) bestand aus 450 Fahrzeugen, davon 248 durch Krauss-Maffei und 202 durch MaK produziert. Es waren Modelle der Variante Leopard 2A1. Im Vergleich zum Leopard 2A0 wurden etliche Änderungen vorgenommen. Zum einen wurde der Querwindsensor vom Turmdach entfernt, die größte Änderung bestand jedoch in der Installation eines Wärmebildgeräts, mit dem man das praktisch nutzlose PZB 200 ersetzte. Der Entwurf des Sichtgeräts stammte von Texas Instruments, gebaut wurde es von Carl Zeiss als Teil eines amerikanisch-deutschen Militärkooperationsprogramms. Daneben wurden einige Modifikationen des Innenraums vorgenommen, das Design des Munitionslagers geändert, Kopfhörer zur externen Kommunikation an den Turmseiten angebracht etc.

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Die dritte Produktionsserie (Los 3 - November 1983 bis November 1984) bestand aus 300 geringfügig modifizierten Leopard 2A1. Sie sind von dem 2. Baulos kaum zu unterscheiden, da die Änderungen minimal waren, wie etwa das um 5 Zentimeter höher gelegte Kommandantenperiskop.

Kaum lief die Produktion des 3. Bauloses an, da entschied man sich dazu, die Fahrzeuge des 1. Bauloses (Leopard 2A0) zu verbessern und sie ebenfalls statt des PZB200 mit dem Wärmebildgerät von Carl Zeiss auszustatten. Dieses Programm lief von 1984 bis 1987 parallel zur Produktion der Baulose drei, vier und fünf. Dabei wurde ebenfalls der Querwindsensor entfernt und die Modelle mit den Modifikationen des dritten Bauloses versehen. Die so modifizierten Leopard 2A0 wurden mit der Bezeichnung Leopard 2A2 versehen.

Mit der vierten Produktionsserie (Los 4 - Dezember 1984 bis Dezember 1985) kamen weitere 300 Fahrzeuge hinzu. Sie basierten auf dem Leopard 2A1 und erhielten neue Funkanlagen des Typs SEM 80/90 (VHF), sowie etwas abgeänderte Abgasgitter. Neben diesen Änderungen erhielten die Fahrzeuge des 4. Bauloses einen Dreifarb-Tarnanstrich aus Bronzegrün, Lederbraun und Teerschwarz. Zusätzlich wurden die Munitionsluken im Turm aus Schutzgründen versiegelt, nachdem sich herausstellte, dass sie bei einem Turmtreffer beschädigt werden konnten, was den Druckaufbau im Fahrzeug bei einem ABC-Angriff unmöglich machte. Die so modifizierten Leopard 2A1 wurden mit der Bezeichnung Leopard 2A3 versehen.

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Die fünfte Produktionsserie (Los 5 - Dezember 1985 bis März 1987, insgesamt 370 Fahrzeuge) markiert die Einführung des Leopard 2A4. Diese Leopard-2-Variante ist die erste wesentliche Modernisierung des Fahrzeugs gewesen. Den Hauptunterschied gegenüber älteren Modellen stellte die Einführung eines digitalen ballistischen Rechners und einer verbesserten Brandunterdrückungsanlage von Deugra, die die Überlebenschancen der Besatzung erhöhte. Das Fahrzeug besaß ein leicht überarbeitetes Laufwerk, bei dem die zweite und dritte Laufrolle jeweils um eine Position nach hinten verlegt wurde.

Zu diesem Zeitpunkt, also fast ein Jahrzehnt, nachdem der Produktionsplan im November 1977 abgesegnet wurde, hatten bereits 1800 die Produktionshallen in den fünf oben genannten Baulosen verlassen. Der Erfolg des Fahrzeugs, sowie der Bedarf der 10. Panzerdivision nach einem Ersatz für den Leopard 1A4 brachte die Verantwortlichen bei der Bundeswehr im Juni 1987 dazu, eine sechste Produktionsserie in Auftrag zu geben. Die Produktion des 6. Bauloses lief von Januar 1988 bis Mai 1989 und umfasste 150 Fahrzeuge. Es waren modifizierte Leopard-2A4.Varianten mit neuen Diehl-570FT-Ketten, neuen, kastenförmigen Kettenschürzen, wartungsarmen Batterien und einer neuen Zusammensetzung der verwendeten Lacke. Auf die sechste Produktionsserie folgte die siebte Produktionsserie (Los 7 - Mai 1989 bis April 1990, 100 Leopard-2A4-Einheiten, identisch mit Baulos 6) und schließlich die achte Produktionsserie mit 75 Fahrzeugen von Januar 1991 bis März 1992.

Die Fahrzeuge des achten Bauloses wiesen einige Änderungen auf, wobei der Feldjustierspiegel an der Mündung der Bordkanone und die neu gestalteten Seitenschürzen die größte visuelle Neuerung mit sich brachten. Der letzte Leopard 2A4 des 8. Bauloses wurde der Bundeswehr am 19. März 1992 übergeben, womit gleichzeitig die Leopard-2-Produktion für Deutschland mit 2125 gebauten Fahrzeugen endete. Zur selben Zeit steigerte man den Kampfwert der Leopard-2-Modelle der Baulose 1 bis 4 mit der Einführung neuer Funksysteme und Gleisketten. Außerdem wurden sie dahingehend modifiziert, APFSDS-Projektile aus Wolframcarbid vom Typ DM33 abzufeuern.

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Auch die so modifizierten Modelle wurden Leopard 2A4 genannt, obwohl sie nicht über die Brandunterdrückungsanlage des „Originals“ verfügten. Das hatte zu Folge, dass mehrere Varianten des Leopard 2A4 existieren, die allesamt dieselbe Bezeichnung tragen. Sämtliche deutschen Leopard 2 wurden bis 1993 auf den 2A4-Standard gebracht, was diese Version zu der am meisten genutzten Variante des Leopard 2 macht.

Der Leopard 2 war ein äußerst erfolgreiches Exportmodell und wurde auch explizit für den Einsatz in mehreren anderen Ländern gebaut (teils in Deutschland, teils vor Ort), weshalb die oben genannten Zahlen noch nicht das gesamte Bild wiedergeben. Der erste ausländische Abnehmer waren die Niederlande. Zwischen 1981 und 1985 (parallel zum Baulos 1 bis 5) wurden 445 technisch mit dem Baulos 2 identische Fahrzeuge gebaut, teilweise in Deutschland, teilweise auf Lizenz in den Niederlanden.

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Ein weiterer großer Kunde war die Schweiz mit 380 im Jahr 1987 gekauften Leopard-2A4-Varianten, von denen 35 in Deutschland und 345 auf Lizenz in Thun gebaut wurden. Der Panzer wurde auch in Griechenland (170) und in Spanien (219) auf Lizenz hergestellt. Dabei handelte es sich allerdings um kampfwertgesteigerte Varianten, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Die Menge der insgesamt produzierten Leopard-2-Einheiten beträgt mitsamt Exportvarianten ca. 3300.

Andere Länder entschieden sich, ihre Leopard 2A4 aus ausgemusterten deutschen Beständen zu erwerben. Die dabei veräußerten Fahrzeuge stammten vor allem aus den Baulosen 1 bis 4, die zum 2A4-Standard modernisiert wurden. Neben den bereits genannten Ländern gehören folgende Länder zu den ehemaligen oder aktuellen Nutzern des Leopard 2A4:

  • Österreich

  • Kanada (später verbessert zum 2A4M CAN bzw. 2A6M CAN)

  • Chile (2A4CHL)

  • Dänemark (einige Fahrzeuge aus Restbeständen)

  • Finnland

  • Indonesien (Upgrade mit Revolution-Panzerungsset)

  • Norwegen (2A4NO)

  • Polen

  • Singapur (Upgrade zum 2SG)

  • Schweden (Strv 121)

  • Türkei (kaufte 2005 über 300 deutsche 2A4)

Trotz der hohen Produktionszahlen hat der Leopard 2A4 bislang keinen Schuss in bewaffneten Konflikten abgegeben, obwohl spätere Varianten durchaus im Kosovo, Bosnien-Herzegowina und Afghanistan zum Einsatz gekommen sind. Das könnte sich allerdings ändern, wenn man Berichten glauben schenkt, wonach türkische Leopard 2A4 neben türkischen M60 an der Offensive in Syrien teilnehmen.

Bei Armored Warfare

Ähnlich wie sein Tier-6-Vorgänger, der Leopard 2AV, ist auch der Leopard 2 auf Tier 7 von Armored Warfare ein solides und relativ mobiles Fahrzeug. Im Gegensatz zum Leopard 2AV verfügt der Leopard 2 über Verbundpanzerung, die Schutz gegen HEAT-Projektile und Lenkflugkörper bietet und die Überlebensfähigkeit des Fahrzeugs trotz fehlender ERA steigert. Gesteigert wird der Schutzfaktor durch ein optionales APS-System und einen Rauchgranatenwerfer.

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Die 120-mm-Glattrohrkanone L/44 von Rheinmetall bietet solide Feuerkraft und ist in der Lage, sowohl APFSDS- und HEAT-Projektile, als auch LAHAT-Lenkflugkörper abzufeuern. Die exzellente Mobilität wird dank zwei optimierten Motoren gewährleistet.

Der einzige Schwachpunkt des Leopard 2 ist seine Seitenpanzerung. Selbst mit dem Verbundpanzerungsbonus sind die Seiten relativ dünn gepanzert und die beste Taktik besteht darin, sie vor dem Gegner versteckt zu halten, da selbst Maschinenkanonen in der Lage sind, die Flanken dieses Panzers zu durchbrechen. Ähnlich wie beim Leopard 2AV tut man auch bei diesem Modell gut daran, die Wannenseiten zu schützen und nur die Front und den Turm dem feindlichen Beschuss auszusetzen.

Wir hoffen, dass euch dieses Fahrzeug gefällt und sehen uns auf dem Schlachtfeld!

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